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Handball-Bundesliga : Füchse Berlin zittern kräftig

Die Mannschaft von Trainer Velimir Petkovic gewinnt gegen Hannover-Burgdorf mit der allerletzten Aktion. Dabei schien die Partie längst entschieden.

Ausgefuchst. Iker Romero, ehemaliger Füchse-Spiele und mittlerweile Co-Trainer in Hannover, muss dieses Mal den Berlinern gratulieren.
Ausgefuchst. Iker Romero, ehemaliger Füchse-Spiele und mittlerweile Co-Trainer in Hannover, muss dieses Mal den Berlinern...Foto: Daniel Naupold/dpa

Iker Romero wusste gar nicht, welche Hand er zuerst schütteln sollte. Der spanische Handball-Großmeister, neuerdings als Assistenztrainer der TSV Hannover-Burgdorf tätig, entschied sich schließlich für eine streng hierarchische Herangehensweise; zuerst gab es eine herzliche Umarmung für Füchse-Cheftrainer Velimir Petkovic, es folgten Manager Bob Hanning, Sportdirektor Volker Zerbe und zu guter letzt Co-Trainer Max Rinderle. Was Romero, der ehemalige Kapitän der Berliner, seinen alten Weggefährten genau zuflüsterte, ging im am Donnerstagabend im Geräuschpegel der mit 6418 Zuschauern besetzten Max-Schmeling-Halle zwar unter. Den Gesichtern zufolge muss es allerdings sehr unterhaltsam und charmant gewesen sein, ein typischer Romero eben. Bei den Füchsen ist der 37-Jährige ja nicht nur wegen seiner sportlichen Extraklasse in Erinnerung geblieben, sondern auch wegen seiner Sozialkompetenz.

So freundschaftlich wie vor dem Anpfiff ging es dann aber nicht weiter. Der Tabellenfünfte aus Hannover mit den ehemaligen Füchse-Profis Evgeni Pevnov und Sven-Sören Christophersen sowie dem künftigen Berliner Torhüter Malte Semisch verlangte dem Dritten aus Berlin im Bundesliga-Spitzenspiel alles ab – und musste sich am Ende doch geschlagen geben. Mit einem 25:24 (13:12)-Sieg behaupteten die Berliner Tabellenplatz drei und ihr Polster auf das Verfolgerfeld. „Ich bin wirklich leer“, sagte Cheftrainer Petkovic später, „wir haben phänomenal gekämpft, Lob an meine Mannschaft.“

Vier Tage nach der Gala gegen Tabellenführer Rhein-Neckar Löwen fanden die Berliner aber nur schwer in die Partie.

Änderungen in der Starformation

Petkovic hatte seine Anfangsformation auf einigen Positionen modifiziert, unter anderem durfte der wiedergenese Paul Drux von Beginn an mitwirken, später erhielt auch der zuletzt angeschlagene Stipe Mandalinic wieder Einsatzminuten. Die Rotation wirkte sich negativ auf die Geschehnisse auf dem Feld aus, das Berliner Spiel war längst nicht so flüssig wie noch am Sonntag. Vor allem schafften es die Gastgeber so gut wie nie, einfache Gegenstoßtore zu erzielen – es wäre ein probates Mittel gegen die massive Abwehr der Hannoveraner gewesen.

So sah sich Petkovic nach einer Viertelstunde beim Stand von 4:8 zur ersten Auszeit gezwungen. Dem Impuls des Trainers folgte der vielleicht wichtigste in Halbzeit eins, er kam wie so oft von Silvio Heinevetter. Mit einem parierten Siebenmeter gegen Hannovers Torjäger Casper Mortensen läutete der Nationalkeeper die beste Phase der Berliner ein: kurz vor der Pause glich Kreisläufer Johan Koch zum 12:12 aus, mit der Sirene erzielte Fabian Wiede unter ohrenbetäubendem Lärm sogar die erste Führung der Berliner an diesem Abend.

Siebter Feldspieler nutzt Hannover

Nach dem Seitenwechsel bauten die Berliner ihre knappe Führung konsequent aus. Grundlage dafür war eine stabile Defensivleistung: die Hannoveraner benötigten neun Minuten, ehe ihnen der erste Treffer des zweiten Durchgang gelang. Zu diesem Zeitpunkt waren die Füchse längst auf 18:13 davongezogen, vor allem Hans Lindberg tat sich als extrem sicherer Siebenmeterschütze hervor. Obendrein wusste sich Johan Koch (sechs Tore) immer wieder in Position zu bringen.

In der Schlussphase versuchten die Gäste schließlich, mit dem taktischen Mittel des siebten Feldspielers noch einmal Spannung ins Spiel zu bringen – und das mit großem Erfolg. Zunächst schien die Partie mit dem Treffer zum 22:16 durch Fabian Wiede – mitten hinein ins verwaiste Hannoveraner Tor – bereits entschieden. In einem dramatischen Finale kämpften sich die Gäste aber noch einmal heran und glichen beim 24:24 erneut aus, weil den Berlinern fast zehn Minuten lang kein Treffer gelang – bis Wiede den Ball mit der letzten Aktion dann zum 25:24-Sieg an die Unterkante der Latte nagelte. Von dort aus sprang er hinter die Linie.

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