• Hubschrauber-Absturz: Für den Besitzer von Leicester City endet ein Ritual tödlich

Hubschrauber-Absturz : Für den Besitzer von Leicester City endet ein Ritual tödlich

Der Präsident von Leicester City, Vichai Srivaddhanaprabha, stirbt bei einem Hubschrauber-Absturz. Er hatte Englands Fußball ein Wunder geschenkt.

Tat alles für Leicester. Srivaddhanaprabha übernahm den Klub 2010.
Tat alles für Leicester. Srivaddhanaprabha übernahm den Klub 2010.Foto: AFP

Die Fans von Leicester City trauerten und trösteten sich gegenseitig. Am Sonntag, einen Tag nach dem Absturz eines Hubschraubers am Stadion von Leicester City, legten die Fans Blumen in der Spielstätte des englischen Fußball-Erstligisten niedergelegt. Der Helikopter des Vereinspräsidenten Vichai Srivaddhanaprabha war am Samstagabend, kurz nachdem er vom Spielfeld abgehoben hatte, auf einem Parkplatz neben dem Stadion zerschellt und in Flammen aufgegangen. „Mit tiefem Bedauern und einem kollektiven gebrochenen Herzen müssen wir mitteilen, dass unser Präsident, Vichai Srivaddhanaprabha, zu denen gehört, die ihr Leben am Samstagabend auf tragische Art verloren“, hieß es in der Mitteilung von Leicester City. „Keiner der fünf Menschen an Bord hat überlebt.“ Unter den Toten waren neben dem thailändischen Vereinsbesitzer Srivaddhanaprabha auch zwei Frauen - eine Pilotin und eine Mitarbeiterin des Milliardärs.

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Es gehört zum Ritual von Heimspielen des Klubs, dass der Präsident per Hubschrauber ins Stadion ein- und ausgeflogen wird. Der in den blau-weißen Vereinsfarben lackierte Hubschrauber landet dafür regelmäßig am Mittelkreis. Die Ursache des Unglücks war zunächst nicht bekannt. Augenzeugen berichteten von einem plötzlichen Stillstand des Heckrotors kurz nachdem der Hubschrauber im Stadion abgehoben hatte. Die Maschine habe sich daraufhin wie ein Kreisel gedreht und sei unkontrolliert abgestürzt. Auch Experten gingen von einem Ausfall des Heckrotors aus. Einer der ersten am Unglücksort sei Leicesters Torhüter Kasper Schmeichel gewesen, berichteten Augenzeugen dem Sender BBC.

Srivaddhanaprabha war bei den Fans überaus beliebt

Andrew James, ein Mitarbeiter des britischen Senders BBC, beschrieb die Situation vor Ort wie folgt: „Ich schätze, dass der Hubschrauber knapp 100 Meter neben dem Stadion runterging. In den ersten zwei Minuten kam dann von dort grauer Rauch, kurz darauf waren es dicke Flammen. Ich war in der Nähe und die Polizisten schrien mich an, dass ich aus dem Weg gehen solle. Kurz darauf hörte ich eine laute Explosion.“

Die Polizei twitterte am Sonntag, die Untersuchungen dauerten an. Zudem seien Experten der Flugverkehrsbehörde AAIB zur Untersuchung des Unglücks eingeschaltet worden. Ein für Dienstag geplantes Spiel von Leicester City im englischen Ligacup gegen Southampton wurde unterdessen abgesagt.

Unter Anhängern von Leicester City war Srivaddhanaprabha überaus beliebt. Im August 2010 hatte er den damaligen Zweitligisten gekauft. Im Februar 2011 übernahm er dazu das Amt des Präsidenten im Fußballclub. Sein Sohn Aiyawatt wurde Vize-Präsident. Mit ihren umfangreichen Investments trugen sie zu Leicesters sportlichem Aufschwung bei. In der Saison 2013/2014 feierte der Klub als Tabellenerster die Rückkehr in die Premier League. Nach dem Titelgewinn in der Saison 2015/2016 löste Srivaddhanaprabha ein Versprechen ein und beschenkte 19 Spieler mit Luxusautos im Wert von jeweils rund 100 000 Pfund (ca. 130 000 Euro). An seinem Geburtstag spendierte er den Fans im Stadion regelmäßig Bier und Kuchen. (dpa/Tsp)

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