In Hoppegarten geht es wieder los : Rennen ohne Rahmen

Auch wenn keine Zuschauer vor Ort sein dürfen, ist der Saisonauftakt auf der Galopprennbahn ein gutes Zeichen. Ein Kommentar.

Ohne Hüte: Saisonauftakt in Hoppegarten vor leeren Rängen.
Ohne Hüte: Saisonauftakt in Hoppegarten vor leeren Rängen.Foto: imago images/Galoppfoto

Warme 25 Grad sollen es am Sonntag in Hoppegarten werden. Bessere Bedingungen für den Saisonauftakt könnte es für die Galopprennbahn in der Berliner Peripherie kaum geben.

Doch in Zeiten, in denen ein Virus den Menschen diktiert, was sie tun dürfen und lassen sollen, wird es beim ersten Renntag der Saison kein Rahmenprogramm und keine Zuschauer geben und natürlich auch keine haptischen Wettschalter. Sondern ein – Geisterrennen.

Was der deutsche Fußball kann, kann der Galoppsport also auch, und er ist sogar früher dran als die Geister-Bundesliga, in Hannover ist die Geister-Rennsaison schon vor ein paar Tagen gestartet.

Die deutschen Galopprennbahnen sind sogar weltweit Vorreiter. Keine Frage – schön ist diese Form der Rennen nicht, aber immerhin bewahren die Online-Wetten die Szene wohl vor dem Ruin. 3000 Menschen leben laut Hoppegarten-Betreiber Gerd Schöningh im Lande vom Galoppsport.

[Mehr guten Sport aus lokaler Sicht finden Sie – wie auch Politik und Kultur – in unseren Leute-Newslettern aus den zwölf Berliner Bezirken. Hier kostenlos zu bestellen:leute.tagesspiegel.de]

Arbeitsplätze sind ein gern in die gesellschaftliche Runde geworfenes Argument, sie sollten aber nicht immer die Wichtigkeit einer Mission unterstreichen. Pferderennen oder Fußball sind einigen Menschen im Lande unwichtiger als ein Kinobesuch – und den gibt es ja in Berlin erst mal nicht. Aber Pferderennen lassen sich eben in dieser Form realisieren, und immerhin können sich die Pferde nicht anstecken.

Es ist schon gut, dass es in Hoppegarten weitergeht. Denn nur wenn es jetzt weitergeht, kann es irgendwann auch wieder mit Zuschauern weitergehen.

Jetzt neu: Wir schenken Ihnen 4 Wochen Tagesspiegel Plus!