Iserlohn folgt auf Chicago : Aus Spaß wird Ernst bei den Eisbären Berlin

Nach der großen Show gegen Chicago geht es für die Eisbären am Mittwoch im Liga-Alltag bei den Iserlohn Roosters weiter.

Sean Backman (61) erzielt das zwischenzeitliche 1:1 für die Eisbären gegen Chicago.
Sean Backman (61) erzielt das zwischenzeitliche 1:1 für die Eisbären gegen Chicago.Foto: Imago/Osnapix

Für die Eisbären geht es nach dem Duell mit dem NHL-Team der Chicago Blackhawks am Mittwoch (19.30 Uhr) zurück in den Liga-Alltag. Bei den Iserlohn Roosters wollen sich die Berliner vom vorletzten Tabellenplatz nach vorne arbeiten. Damit Anspruch und Wirklichkeit wieder etwas näher beieinander liegen.

Trotzdem können die Eisbären aus dem Spiel gegen ein Weltklasseteam aus der besten Eishockey-Liga auch etwas mitnehmen für die kommenden Aufgaben. „Bei dem Start, den wir hatten, ist so ein Showmatch zwischendurch vielleicht ganz gut, um am eigenen Spiel zu arbeiten und sich zu verbessern. Denn wir müssen jetzt ein paar Siege einfahren“, sagte Stürmer Louis-Marc Aubry. Und Sean Backman, dem bei der 1:3-Niederlage gegen die Blackhawks das Berliner Tor gelang, machte klar: „Das Spiel gegen Chicago war ein großer Spaß, aber am Mittwoch geht es tatsächlich um etwas. In Iserlohn müssen wir gewinnen.“

Tatsächlich stimmten Einsatz und Defensivarbeit beim Team von Trainer Serge Aubin, der seinem Torwart Sebastian Dahm eine „außerordentlich“ gute Leistung bescheinigte. Der dänische Goalie hielt die Eisbären gegen die Blackhawks zwei Drittel lang im Spiel, ganz so, als wolle er es allen zeigen, die aktuell schon über die Verpflichtung eines weiteren Torhüters laut nachdenken.

Dazu standen die Berliner in Unterzahl anders als in den jüngsten Liga-Spielen am Sonntag sehr solide: „Dass wir gegen eines der besten Powerplays der Welt gut gespielt haben, ist natürlich ein großes Plus“, sagte Aubry. Ab und an konnten sich die Eisbären auch vor dem gegnerischen Tor zeigen, die Chancenverwertung war allerdings einmal mehr mangelhaft. Chicago ist allerdings nicht der Maßstab, trotzdem muss der Puck in den kommenden Spielen öfter als bisher im gegnerischen Tor landen.

In Iserlohn wartet der alte Kollege Jens Baxmann auf die Eisbären

„Die guten Sachen nehmen wir mit und die schlechten gucken wir im Video, um sie zu verbessern in Iserlohn“, kündigte Lukas Reichel an. Der 17-Jährige spielte wie alle seine Kollegen ohne Angst vor den großen Namen der Blackhawks auf. Diese Zuversicht müssen die Eisbären nun mitnehmen nach Iserlohn, Augsburg (Freitag) und daheim gegen Straubing am Sonntag. Trainer Aubin ist sicher: „Wenn jeder immer so wie gegen Chicago alles gibt, werden gute Dinge passieren.“

Einsatz ist immer auch Kopfsache, das Spiel bei den Roosters ist daher auch eine Frage der Mentalität. Sich in einer kleinen, engen Halle gegen einen nominell nicht mit den Blackhawks zu vergleichenden Gegner zu behaupten, könnte nicht so leicht werden, auch wenn Backman noch am Sonntag klar machte: „Das ist überhaupt nicht schwierig.“

Nun müssen die Berliner einem guten Spiel und hehren Worten auch Taten folgen lassen. Vielleicht hilft dabei auch ein Mann beim kommenden Gegner: Jens Baxmann, 18 Jahre in Diensten der Eisbären, spielt seit dieser Saison bei den Roosters. Gegen den alten Kollegen gut auszusehen, dürfte den Fokus vielleicht noch zusätzlich schärfen. Ansonsten liegt es wie so oft in der jüngeren Vergangenheit an den Berlinern selbst, was am Ende auf der Anzeigetafen steht. Das Spiel gegen Chicago hat zumindest gezeigt, dass es am Potenzial nicht scheitern sollte.

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