• Jenas Spieler ist der Pechvogel der Dritten Liga: Marian Sarr schießt zwei Eigentore in einem Spiel

Jenas Spieler ist der Pechvogel der Dritten Liga : Marian Sarr schießt zwei Eigentore in einem Spiel

Carl Zeiss Jena verliert das erste Spiel der neuen Saison – weil ein Verteidiger gleich zwei Mal ins eigene Tor trifft. Damit ist Sarr nicht alleine.

Kopf in den Rasen. Marian Sarr (rechts) will nach seinem zweiten Eigentor nur noch weg.
Kopf in den Rasen. Marian Sarr (rechts) will nach seinem zweiten Eigentor nur noch weg.Foto: Christoph Worsch/imago

Marian Sarr kniete sich auf den Boden und drückte seinen Kopf auf den Rasen. Es sah ein bisschen so aus, als würde der 24 Jahre alte Fußballspieler versuchen, sich kopfüber in den Erdboden des Ernst-Abbe-Sportfelds in Jena zu pressen. Dorthin, wo es dunkel und kühl ist und wo die Rufe der Fans und die traurigen Gesichter der Mitspieler weit weg sind. Doch der Rasen war gnadenlos, keinen Zentimeter gab er nach und zwang Sarr, wieder aufzustehen. Mit gesenktem Kopf und der Hand vor den Augen schlich der Abwehrspieler des FC Carl Zeiss Jena über den Platz.

Dabei wäre es Sarr zu gönnen gewesen, in diesem Moment von einer auf die andere Sekunde verschwinden zu können. Denn soeben hatte er am ersten Spieltag der Dritten Liga ein Eigentor erzielt. Sein zweites. Innerhalb eines Spiels. Dadurch verlor Jena gegen den FC Ingolstadt nach einer 1:0-Führung noch mit 1:2. Viel schlimmer kann eine neue Saison wohl nicht beginnen.

Trösten kann sich Sarr damit, dass beide Eigentore extrem unglücklich waren. Beim ersten wurde er nach einem harten Freistoß angeschossen. Vom Oberschenkel prallte der Ball gegen seine Brust und von da ins Netz. Beim zweiten köpfte ihn sein Mitspieler nach einem Freistoß an. Von Sarrs Hinterkopf flog der Ball erneut ins Tor.

Sein Trainer wollte Sarr, der einst bei Borussia Dortmund spielte und unter Jürgen Klopp 2013 sogar einen Einsatz in der Champions League hatte, daher auch keine Vorwürfe machen. "Wir werden ihn aufbauen. Er hat ein gutes Spiel gemacht und muss sich keine Gedanken darüber machen, dass seine Eigentore negativen Auswirkungen haben könnten", sagte Lukas Kwasniok zu Magentasport. Auch Jenas Kapitän René Eckardt zeigte Mitgefühl:"Das kann jedem passieren. Beim zweiten wurde er angeköpft – was soll er da machen? Das ist einfach Pech."

Seit Montagabend gehört Sarr zu einem besonderen Kreis von Spielern im deutschen Profifußball, die zwei Eigentore in einem Spiel erzielt haben. In der Bundesliga gelang das unter anderem schon Nikolce Noveski beim FSV Mainz 05 (2005) und Karim Haggui bei Hannover 96 (2009).

"Nach dem ersten Eigentor ging es noch. Aber nach dem zweiten dachte ich: Das kann ja wohl nicht wahr sein! Da habe ich mich echt gefragt, warum ich nicht im Bett geblieben bin", sagte Noveski damals. Das wird sich Sarr sicher auch gedacht haben. (Tsp)

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