• Joshua Kimmich im Interview: „Es darf uns nicht passieren, dass wir so oft Führungen hergeben“

Joshua Kimmich im Interview : „Es darf uns nicht passieren, dass wir so oft Führungen hergeben“

Deutschlands Nationalteam verliert 2:4 gegen die Niederlande. Joshua Kimmich ärgert sich danach über die Niederlage und nennt Gründe für die schwache Leistung.

Lief nicht. Joshua Kimmich im Spiel gegen die Niederlande.
Lief nicht. Joshua Kimmich im Spiel gegen die Niederlande.Foto: Imago/ Camera 4

Joshua Kimmich, 24, ist seit 2016 beim FC Bayern München. Gegen die Niederländer bestritt er bereits sein 43. Länderspiel.

Herr Kimmich, wie erklären Sie sich diese herbe Niederlage?
Die hat viele Gründe. Ein wesentlicher Grund war: Wir hatten zu wenig Zugriff. In der ersten Halbzeit haben wir die wichtigen Räume noch ganz gut verteidigen können, da ist Holland nur zu wenigen echten Chancen gekommen. Aber mit dem Blick auf das gesamte Spiel hatten wir letztlich zu wenig Ballbesitz und sind zu viel hinterher gelaufen.

Die deutsche Elf stand ungewohnt tief. War es der Plan, den Gegner derart das Spiel zu überlassen?
Es war ein Stück weit der Plan, das Zentrum vor dem eigenen Tor eng zu halten, wir wollten sie drum herum spielen lassen.  Die Holländer haben ja eine spielstarke Mannschaft, das wussten wir. Unser Problem war, dass wir vielleicht zu passiv waren. Wenn du nur hinterher läufst, ist es vom Kopf her ermüdend.

Vier Gegentore in einer Halbzeit sind ziemlich viel, oder?
Ja, aber es war ja nicht so, das Holland die vier Tore überragend herausgespielt hätte. Wir haben da schon selber Fehler gemacht.

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Was hätte besser laufen müssen?
Wir hätten bestimmt den einen oder anderen Konter noch besser ausspielen müssen, gerade zu Beginn der zweiten Hälfte hatten wir zwei, drei solcher Umschaltmomente. Aber unter dem Strich hatten wir zu wenig Ballbesitz und zu wenig Kontrolle.

Es gibt den 3:2-Sieg von Amsterdam und nun das 2:4. Welches Ergebnis steht eher für das Leistungsvermögen der deutschen Elf?

Das Spiel in Amsterdam im März war besser von uns, klar. Heute war es ein anderes Spiel von uns, weil wir defensiver und abwartender waren. Unter dem Strich darf es uns nicht passieren, dass wir immer so oft Führungen hergeben. Es ist ja schon mal gut, dass wir gegen solche starke Mannschaft in Führung gehen, aber auch in Amsterdam, wo wir sogar 2:0 führten, stand es zwischendrin 2:2. Daran müssen wir arbeiten.

Der Doppelwechsel mitten in das 1:1 hinein wirkte von außen unglücklich. Wie haben Sie das auf dem Platz empfunden?
Ich denke mal, der Trainer wollte uns noch einen zentralen Mittelfeldspieler geben mit Ilkay. Aber was soll ich sagen, Wechsel sind immer Entscheidungen des Trainers.

Wie beurteilen Sie es, dass die Mannschaft in der zweiten Halbzeit kaum noch Torabschlüsse zustande brachte?
Ja, wir hatten gleich zu Beginn der zweiten Hälfte zwei Gegenstöße, wo der Gegner gerade noch so klären kann. Ansonsten war das nicht viel. Das war insgesamt zu wenig.

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