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Keine Verlängerung des Vertrags : Dieter Hecking hört als HSV-Trainer auf

Heckings Vertrag hätte sich nur im Falle des Aufstiegs automatisch verlängert. Der HSV hatte durch ein Debakel gegen Sandhausen die Relegation verpasst.

Dieter Hecking und der HSV hatten den Aufstieg in die Bundesliga verpasst.
Dieter Hecking und der HSV hatten den Aufstieg in die Bundesliga verpasst.Foto: imago images/Michael Schwarz

Der Abschied von Trainer Dieter Hecking beim Fußball-Zweitligisten Hamburger SV ist perfekt. Nach dem verpassten Bundesliga-Aufstieg wird der auslaufende Vertrag des 55-Jährigen nicht verlängert. Das bestätigte der HSV am Samstag. Zuvor waren alle Seiten noch von einer zweiten Spielzeit unter Heckings Regie ausgegangen. Der ehemalige Profi hatte seine generelle Bereitschaft zum Weitermachen auch für den am vergangenen Sonntag eingetretenen Fall des Nicht-Aufstiegs erklärt.

Nun steht dem HSV eine dritte Strafrunde in der Zweiten Liga bevor. Hecking knüpfte den Verbleib aber an die Bedingung, dass der HSV ihm erneut einen schlagkräftigen Kader bereitstellt. Diesen Wunsch konnte der Klub ihm offenbar nicht vollumfänglich erfüllen, da der klamme HSV auch wegen der Coronavirus-Krise den Team-Etat von 30 auf 23 Millionen Euro stutzen muss.

Zwei wichtige Sponsoren sind abgesprungen

Zudem sind ihm die beiden Top-Sponsoren abgesprungen - dadurch fehlen weitere 5,6 Millionen Euro.

HSV-Sportvorstand Jonas Boldt, der Hecking stets als seinen „ersten Ansprechpartner“ für Vertragsgespräche bezeichnete, favorisierte bis zuletzt ebenfalls ein Weitermachen. Auch Marcell Jansen, der ehrenamtliche Präsident des Gesamtvereins und Aufsichtsratschef der ausgegliederten Fußball-AG, erklärte, man wolle weg vom Heuern und Feuern der Vergangenheit hin zur Kontinuität kommen.

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Eine Analyse der enttäuschenden Saison ergab nun offenbar ein Umdenken. Wegen der schwachen Auftritte nach der Coronavirus-Zwangspause waren ohnehin im Umfeld erste Zweifel aufgekommen, ob Hecking der richtige Mann ist.

Nun muss erneut ein Neuer auf der Trainerbank versuchen, den HSV wieder auf Vordermann und zurück in die Bundesliga zu bringen.

Am vergangenen Sonntag hatte der HSV am letzten Zweitliga-Spieltag mit 1:5 gegen den SV Sandhausen verloren und dadurch die Relegation verpasst. Diese erreichte der 1. FC Heidenheim. Das erste Relegationsspiel am Donnerstag bei Werder Bremen endete 0:0.

Nach dem Debakel gegen Sandhausen hatte sich unter anderem HSV-Legende Uwe Seeler zu Wort gemeldet. „Die Truppe hat uns bis auf die Knochen blamiert. So eine Vorstellung ist unverständlich und nicht zu tolerieren“, sagte der 83-Jährige der „Bild“-Zeitung. (Tsp/dpa)

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