Kolumne Meine Paralympics : Sportlicher Kalender zum Advent

Advent, Advent, das Herze brennt. Feuer und Flamme für Paralympics! Hier ein etwas anderer, sportlicher Adventskalender.

Anna Schaffelhuber und der Fußball-Nationalspieler Thomas Müller bekamen den bayerischen Verdienstorden verliehen.
Anna Schaffelhuber und der Fußball-Nationalspieler Thomas Müller bekamen den bayerischen Verdienstorden verliehen.Foto: AFP

Advent, Advent, das Herze brennt. Feuer und Flamme für Paralympics! Hier ein etwas anderer, sportlicher Adventskalender.

Denn für Martin Braxenthaler gehen Türchen auf: Der beste Monoskifahrer Deutschlands und einer der erfolgreichsten Behindertensportler weltweit aus Surberg, Bayer mit Herz und Schnauze, gehört jetzt zur Hall of Fame des Deutschen Sports. Er gibt Monoskikurse für den Nachwuchs, wirkt als Co-Trainer beim alpinen Para-Ski-Team und in seiner Heimatgemeinde als ehrenamtlicher Behindertenbeauftragter.

Kurz vor Nikolaus kann auch Kollegin Anna Schaffelhuber, Paralympics-Goldmedaillen-Gewinnerin, wieder mal feiern: Sie bekommt einen bayerischen Verdienstorden. In ihrer Karriere hatte hingegen, etwa in Sotschi, der eine oder andere Schneetechniker für die Holperpiste eine Rute verdient.

Von Weiß keine Spur in Dubai, wo Leichtathlet Johannes Floors den 400-Meter-Lauf gewann – mit einer Zeit, mit der der beidseitige Prothesensprinter bei den Nichtbehinderten in Deutschland vorn wäre. An einen Start bei Olympia denkt er aber nicht.

Was die Debatte um Vorteile von Kunstbein versus Naturbein in Erinnerung bringt und – Oscar Pistorius. Der tief gefallene Weltstar führte – bald ist ja Weihnachten – vergangenes Jahr eine Bibelgruppe im Atteridgeville-Gefängnis in Pretoria an. Pistorius sitzt lebenslang, also noch gut zehn Jahre, weil er seine Freundin Reeva Steenkamp am Valentinstag 2013 durch eine geschlossene Badezimmertür erschossen hat.

Nun einmal tief durchatmen – und dann können wir uns wieder den paralympischen Freuden der Vorweihnachtszeit widmen. Wie Para-Cycling-Ikone Denise Schindler, die sich in Frankfurt an der Oder warmradelte, den deutschen Titel holte und beim Manchester Para-Cycling International in der Drei-Kilometer-Verfolgung Gold holte. Als Zweijährige war sie in Chemnitz bei Eis und Schnee unter die Straßenbahn gekommen, ein Unterschenkel wurde amputiert.

Weihnachten in Australien wird wohl die Schwerinerin Vanessa Low verbringen. Die doppelbeinamputierte 29-Jährige trainierte in den USA, startete für Deutschland, heiratete den Para-Sprinter Scott Reardon und zog zu ihm nach Canberra.

Ach so, Türchen 24, aus Sportlersicht: Acht Monate vor dem Start von Olympia und Paralympia ist das Stadion in Tokio fertig. Behindertensportverbands-Präsident Friedhelm Julius Beucher ist gegen eine gleichzeitige Austragung beider Spiele. Ich auch. So etwas würde die Paras zu Second Hand verdammen. Dann wäre nichts mehr mit: Frohe Weihnachten!

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