Kolumne: Neben der Spur : Auf Wiedersehen, Pyeongchang!

Das war es also mit den Olympischen Spielen. In Pyeongchang war nicht alles schön, unser Kolumnist würde trotzdem gerne noch mal nach Südkorea.

Die Olympischen Spiele sind vorbei, bald beginnen in Pyeongchang die Paralympics.
Die Olympischen Spiele sind vorbei, bald beginnen in Pyeongchang die Paralympics.Foto: Michael Kappeler/dpa

Das war es also, das plötzliche Ende der Spiele. Knapp verloren gegen Russland, aber Silber gewonnen. Die deutschen Eishockeyspieler haben die Spiele zu etwas Besonderem gemacht aus deutscher Sicht, sie haben die Zuschauer daheim gewonnen mit diesen Spielen. Trotz dieser bitteren Niederlage. Ich hätte in den kommenden Tagen schon noch gern ein paar Sachen vertieft. Etwa mit den finnischen Fans geplaudert („Ihr Deutschen könnt ja nur Biathlon, aber so was Tolles wie Eishockey habt ihr nicht drauf“). Oder den kanadischen Kollegen eine Replik gegeben auf ihr Angebot: „Wir geben euch Bronze im Eishockey ab und ihr gebt uns dafür alles, was ihr in den nordischen Sportarten gewonnen habt!“ Liebe Leute: Behaltet eure Bronzemedaille! Wir nehmen Silber mit. Und noch mal: Danke an diese großartige deutsche Mannschaft! Feiern und dann bitte weitermachen, wir werden es zu Hause dann auch machen. Auf Wiedersehen, Südkorea!

Ein kleiner Junge gibt mir auf der Straße lächelnd sein „Agbyeol Insa!“ mit auf den Weg. Er mag zehn, elf Jahre alt sein, der Knirps, der mir in den Bergen von Pyeongchang „Auf Wiedersehen“ gewünscht hat. Dem Touristen mit dem Rollkoffer, der wahrscheinlich nie wieder in die Region kommt. Warum auch, wenn da nicht Olympia ist? Die Berge sind nicht so hoch wie in den Alpen, das Essen ist Geschmacksache und dann riecht es überall nach Glutamat. Es wühlen streunende Katzen im Müll, der hier abseits des olympischen Tamtams von manchen Bewohnern noch sehr rustikal entsorgt wird. Warum in aller Welt sollte man da noch mal hin? Weil die Leute gastfreundlich waren, weil es besseres Essen gibt als das, was ich oft in Zeitnot heruntergeschlungen habe. Weil ich noch nicht alles gesehen habe, durch die Glitzermetropole Seoul nur durchgereist bin. Korea ist eine neue Weltgröße im Design, hat eine spannende Musikszene, wird immer moderner und hat interessante Bewohner mit Talent zur Improvisation und den Hang dazu, aus dem Blauen heraus Hektik zu verbreiten. Also genau mein Land. Annyeonghi Gyeseyo! Hangug!

Hier erzählten unser Korrespondent Claus Vetter und Martina Ertl täglich Geschichten aus Pyeongchang.

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