• Kommen und gehen unter Jürgen Klinsmann: Warum Hertha BSC Salomon Kalou freistellt

Kommen und gehen unter Jürgen Klinsmann : Warum Hertha BSC Salomon Kalou freistellt

Angreifer Salomon Kalou spielt bei Hertha keine Rolle mehr. Damit verliert der Klub seinen schillerndsten Spieler. Neue Profis sollen kommen.

Salomon Kalou kam 2014 zu Hertha.
Salomon Kalou kam 2014 zu Hertha.Foto: picture alliance/dpa

Wenn am Sonntagnachmittag bei Hertha BSC die Vorbereitung auf die Rückrunde startet, fehlt ein prominentes Gesicht. Wie der Berliner Fußball-Bundesligist bestätigte, ist Salomon Kalou freigestellt worden. Auch die Reise ins Trainingslager am 2. Januar nach Orlando (Florida) wird der 34-jährige Ivorer damit nicht antreten.

Es könnte das Ende eines langen wie schillernden Verhältnisses sein. Kalou zählt zu den dienstältesten Hertha-Profis. Im Sommer 2014 war der frühere Champions-League-Sieger (2012 mit Chelsea) nach Berlin gewechselt Bereits vor einigen Tagen soll der Stürmer bei Vereinsmanager Michael Preetz einen dringenden Wechselwunsch für die Winter-Transferperiode hinterlegt haben. Diese beginnt am 1. Januar.

Kalou will wechseln

Ob und wohin der Ivorer dann wechseln könnte, ist noch nicht bekannt. Im Gespräch soll Feyenoord Rotterdam sein. Dort hatte Kalou seine Karriere als Profi gestartet. Möglich wäre aber auch ein Wechsel in die USA oder nach China.

In Salomon Kalou verliert Hertha seinen derzeit größten Star. Allein in der Bundesliga erzielte er in 151 Spielen 48 Tore. Doch in dieser Spielzeit war er immer mehr ins Abseits geraten. Unter Klinsmanns Vorgänger Ante Covic kam Kalou nur sporadisch zu Kurzeinsätzen.

Nur einmal stand der Ivorer in der Startelf. Unter Klinsmann veränderte sich sein Status als Edeljoker nicht. Lediglich im ersten Spiel unter Klinsmann, das Heimspiel gegen Borussia Dortmund (1:2), war Kalou noch einmal für zwölf Minuten zum Einsatz gekommen. Schon im Oktober hatte Kalou in einem Interview gesagt, nicht dauerhaft auf der Ersatzbank sitzen zu wollen: „Wenn es die Möglichkeit zu spielen hier nicht gibt, gibt es sie vielleicht woanders.“

Die Freistellung von Kalou wird garantiert nicht die einzige Personalie in der Winterpause bei den Berlinern bleiben. Klinsmann hat unmissverständlich angedeutet, dass der Kader zu groß geraten sei. Derzeit stehen bei Hertha 34 Profis unter Vertrag. Das kann indirekt auch als ein wenig gutes Zeugnis für Manager Michael Preetz gedeutet werden. Dieser wird nun damit beschäftigt sein, Versäumtes nachzuholen. Angeblich könnte es zehn Spieler treffen.

Es könnte noch andere treffen

Zu ihnen gehören Spieler wie Alexander Esswein, Mathew Leckie oder Peter Pekarik, aber auch Nachwuchsspieler wie Sidney Friede, Palko Dardai und Maurice Covic, die sich wohl nach anderen Arbeitgebern umschauen können. Ein weiterer Kandidat für einen Abgang ist Ondrej Duda. Der 25-jährige Slowake steckt seit Monaten in einer Schaffenskrise und hatte in den letzten Spielen der Hinrunde unter Klinsmann nicht mal mehr zum 18er Spieltagskader gehört.

In der Vorsaison war Duda noch bester Scorer der Berliner. In dieser Spielzeit gelang ihm dagegen nur eine Torvorlage. Kurz vor Weihnachten hatte er Gedanken geäußert, Hertha den Rücken kehren zu wollen. „Natürlich muss ich mir Gedanken machen“, hatte der Mittelfeldspieler gesagt. „Ich werde nicht auf jemanden warten, der einen nicht will. Dann verschwende ich nur meine Zeit.“ Hertha habe ihm viel gegeben, „aber ich habe auch viel geleistet“, hatte Duda gesagt. Im Sommer 2016 war Duda für 4,2 Millionen Euro von Legia Warschau gekommen.

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Aber auch auf der Zugangsseite soll sich einiges in der Winterpause tun. Dem Vernehmen nach steht Hertha vor einer Verpflichtung des Stuttgarters Santiago Ascacibar. Der 22-jährige Argentinier wollte den Absteiger schon im Sommer verlassen. Zuletzt hatte er sich allerdings wieder in die Mannschaft gespielt. Beim VfB besitzt er noch einen Vertrag bis 2023. Deshalb sollen die Schwaben auch erst bei einem Angebot Herthas in Höhe von 15 Millionen Euro gesprächsbereit sein.

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