Länderspiel gegen Tschechien : Furcht vor deutschen Randalierern

Vor dem EM-Qualifikationsspiel der deutschen Fußball-Nationalelf hat die Polizei in Tschechien mit verstärkten Grenzkontrollen begonnen. Es wird befürchtet, dass 1000 gewaltbereite Personen versuchen, ins Stadion zu gelangen.

Prag - In Zusammenarbeit mit deutschen Kollegen wolle man "Problemfans" erst gar nicht nach Tschechien einreisen lassen, sagte Polizeisprecherin Helena Fajrajzlova. Bis 25. März würden nahezu jeder aus Sachsen oder Bayern an die Grenze fahrende Wagen genau durchsucht und die Dokumente der begleitenden Personen geprüft, sagte sie. Es gebe Hinweise, dass bis zu 1000 gewaltbereite Personen aus Deutschland versuchen könnten, zu dem Spiel anzureisen.

Nach Angaben der Bundespolizei wurden schon erste Ausreiseverbote verhängt. "Hinweise aus der Szene" würden davon sprechen, dass "Problemfans" ohne Eintrittskarten deutlich vor dem Spiel am Samstag anreisen wollten, sagte Polizeidirektor Uwe Landgrebe. Landgrebe befindet sich mit einem Team bereits in Prag. Der Einsatz finde in Zivil statt und habe beratenden Charakter, betonte er. In Zusammenarbeit mit tschechischen Behörden trage man zum Beispiel zur Kontrolle der ankommenden Züge und Flugzeuge bei. Auch eine Anreise von "Problemfans" über Österreich, Polen oder gar die Slowakei schließe man nicht aus.

Außer der Bundespolizei befinden sich auch schon Vertreter der Zentralen Informationsstelle Sportveranstaltungen (ZIS) in Tschechien. Es gehe weniger darum, Verdächtige anhand einer Liste nicht einreisen zu lassen, sondern um die persönliche Prüfung der Fälle, sagte ZIS-Vize Andreas Morbach. Zuletzt war es im Oktober 2006 beim EM-Qualifikationsspiel der deutschen Mannschaft gegen die Slowakei (4:1) in Bratislava zu Ausschreitungen deutscher Randalierer gekommen. Am Mittwoch hatten die Nationalspieler Jens Lehmann und Bastian Schweinsteiger in Frankfurt erstmals offizielle DFB-Shirts mit dem Slogan "Gewalt hat keine Fans" präsentiert. (tso/dpa)

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