Lehmann-Wechsel : Hoeneß: "Reine Spekulation"

Ein Wechsel von Nationaltorhüter Jens Lehmann von Arsenal London zu Hertha BSC ist mit dem Etat für die kommende Saison regulär nicht machbar. Trotzdem soll ein Transfer möglich sein - durch einen privaten Investor.

Berlin - "An Spekulationen beteilige ich mich nicht, es wird ja ständig mit Namen spekuliert", sagte Hoeneß. Die "Bild"-Zeitung und die "Daily-Mail" hatten gemeldet, dass der 37-jährige Schlussmann in die Bundesliga zurückkehrt und für zwei Jahre nach Berlin wechseln soll. Lehmann, der im Vorjahr Oliver Kahn von Bayern München als deutsche Nummer eins in der Nationalmannschaft abgelöst hatte, war mit Schalke 04 1997 Uefa-Pokalsieger und mit Borussia Dortmund 2002 deutscher Meister. Nach Saisonende wäre er ablösefrei und soll bei Arsenal nur einen Zwölf-Monate-Vertrag erhalten. Trainer Arsene Wenger würde Lehmann gerne weiter verpflichten, ist aber an Vereinspositionen gebunden, wonach ältere Spieler nur Ein-Jahres-Verträge erhalten.

Da Hertha BSC 46,2 Millionen Euro Schulden drücken und von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) die Auflage erhalten hat, keine zusätzlichen Ausgaben für Transfers zu tätigen, sind auch in den Lizenz-Unterlagen für die neue Saison keine Mittel für Neuverpflichtungen vorgesehen. Wie beide Boulevardzeitungen übereinstimmend berichten, soll Lehmann von einem privaten Investor bezahlt werden, der die Vereinskasse nicht belastet. Die "Daily-Mail" nennt für den Zwei-Jahres-Deal einen Wochenlohn von rund 51.000 Euro (35.000 Pfund) wie bei Arsenal. Zudem soll der U 21-Auswahltorhüter Thorsten Kirschbaum (19) vom Regionalligisten Hoffenheim an die Spree kommen und an Lehmanns Seite für die Zukunft aufgebaut werden. Auch das wollte Hoeneß nicht bestätigen.

Fakt ist aber, dass es bei Hertha BSC Planspiele in der Torhüterfrage gibt. Der 31 Jahre alte Christian Fiedler, dessen Vertrag bis 2008 läuft, hat zwar in der zurückliegenden Saison stark gehalten, ist in dieser Saison aber nicht unumstritten. Er kassierte in der Rückrunde 17 Gegentore, viele nach Eckbällen. "Richtig ist, dass Fiedler unter seinen Möglichkeiten gespielt hat, nachdem er zuvor überragend war", sagte der Hertha-Manager. Kein Verständnis hat er dafür, dass er mit einer Aussage von vor drei Monaten zitiert wird. Damals hatte er erklärt: "Wir können es uns nicht leisten, auf einer Schlüsselposition nicht erstklassig besetzt zu sein." (tso/dpa)

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