Leverkusen überwintert im Europapokal : Ein Eigentor-Geschenk lässt Bayer hoffen

Durch einen 2:0-Erfolg in Moskau hat Bayer Leverkusen den dritten Platz in der eigenen Champions-League-Gruppe sicher. Sogar das Achtelfinale ist noch möglich.

Gut drauf: Bayer Leverkusen feiert in der Champions League den nächsten Sieg.
Gut drauf: Bayer Leverkusen feiert in der Champions League den nächsten Sieg.Foto: Alexander Zemlianichenko/dpa

Leverkusens finnischer Torhüter Lukas Hradecky ging in seinem kurzärmligen Trikot voran zu den fröstelnden Fans und bedankte sich. Ihre gemeinsame Reise durch Fußball-Europa geht weiter. Ein erneutes Eigentor-Geschenk und der erste Europacup-Treffer von Routinier Sven Bender haben Bayer Leverkusen im Jubiläums-Spiel am Dienstag zumindest die Europa League-Teilnahme gesichert. Die Werkself gewann in ihrem 100. Champions-League-Spiel mit 2:0 (1:0) vor 25 757 Zuschauern bei Lokomotive Moskau und hat den dritten Platz in der Gruppe damit sicher.

Mit einem Sieg in der übernächsten Woche gegen Juventus Turin würde sie sogar noch ins Achtelfinale der Königsklasse gelangen, falls Atlético Madrid nicht gegen Lok Moskau gewinnt. „Die Chance liegt vielleicht bei vier bis fünf Prozent, Atlético ist zuhause natürlich Favorit“, sagte Bayer-Sportdirektor Simon Rolfes. „Aber im Fußball sind schon seltsame Dinge passiert.“

Wieder hilft Bayer Leverkusen ein Eigentor

Leverkusen geht mit drei Punkten Vorsprung auf Moskau in das letzte Gruppenspiel gegen Juventus Turin und ist wegen des gewonnenen Direktvergleichs trotz der 1:2-Heimniederlage vom russischen Pokalsieger um Ex-Weltmeister Benedikt Höwedes nicht mehr zu verdrängen.

Bei minus drei Grad – befürchtet waren bis zu minus zehn – sorgte der von Mitspieler Eder angeschossene Rifat Schemaletdinow mit einem kuriosen Eigentor für Leverkusens Führungstor (11. Minute). Beim vierten Treffer in dieser Königsklassen-Saison profitierte Bayer somit zum dritten Mal von einem Missgeschick eines Gegenspielers. Im Hinspiel hatte Höwedes ein Selbsttor erzielt, beim 2:1 gegen Atlético war es Madrids Thomas. Der seit Wochen starke Ex-Nationalspieler Bender legte mit seinem Premieren-Tor im 53. Europacup-Spiel das wichtige 2:0 nach (54.). „Ja, der Ball hing da so in der Luft da hab ich ihn halt reingeschossen“, sagte der 30-Jährige.

Die frühe Führung brachte nur kurzzeitig Ruhe in die Defensive der Rheinländer. Charles Aranguiz, Jonathan Tah, Panagiotis Retsos oder Wendell wackelten. Die beste Chance der Hausherren vor dem Seitenwechsel machte Bayer-Torwart Lukasz Hradecky zunichte, als er einen Schuss von Anton Mirantschuk aus kurzer Distanz parierte (26.)

Rein damit: Sven Bender erzielt das 2:0 für Leverkusen.
Rein damit: Sven Bender erzielt das 2:0 für Leverkusen.Foto: Pavel Golovkin/dpa

In der Offensive präsentierten sich die Leverkusener, bei denen der Franzose Moussa Diaby zunächst den Platz des verletzten Kai Havertz auf der Zehner-Position einnahm, deutlich besser und kamen durch Kerem Demirbay (15.), Donovan Bailey (34.), Karim Bellarabi (40.) und Kapitän Kevin Volland in der Nachspielzeit des ersten Abschnitts zu guten Möglichkeiten.

Doch die letzte Entschlossenheit fehlte den Rheinländern in einer von Fehlern auf beiden Seiten, aber auch von harten Attacken geprägten Partie. Genau die zeigte Bender, als er kurz nach dem Seitenwechsel mit einer technisch perfekten Volleyabnahme nach Aranguiz' Zuspiel erhöhte.

Positiv machte sich die Hereinnahme von Julian Baumgartlinger für Bailey im zweiten Abschnitt bemerkbar. Der Österreicher sorgte im defensiven Mittelfeld für Stabilität. Die Russen bauten mehr und mehr ab, Bayer kontrollierte die Partie lange, geriet aber in der Schlussphase wieder unter Druck. (dpa)

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar