Sport : Live aus dem Stadion

Die Bundesliga kommentiert

Marcel Reif

Was eigentlich ist so furchtbar schlimm daran, Deutscher Meister zu werden? Warum wollen die anderen alle nicht? Werder Bremen, gut, heute mal wieder gewonnen, aber war Werder um Weihnachten nicht schon der designierte Meister? Doch, so war es, und dann machen sie in ein paar Spielen alles zunichte, was sie sich in der Hinrunde aufgebaut hatten. Ist das wirklich eine so erschreckende Aussicht, wenn Bayern München mal nicht Meister wird?

Es scheint so zu sein. Die Bayern waren doch weg vom Fenster, ach was, die waren schon raus aus dem Zimmer. Und wie wirkt sich das aus? Werder schwächelt nicht, Werder nimmt sich eine ausgewachsene Krise. Schalke schwächelt nicht, Schalke verhühnert einen Vorsprung, bei dem man doch mit Fug und Recht die Meisterschaftsfeierlichkeiten hätte planen können. Und gerade wollte ich sagen, dass der VfB Stuttgart, dieses Jugend-forscht-Ensemble, noch der stabilste Faktor im Konkurrentenrennen ist, aber diese Stabilität ist ja nun in Leverkusen auch gehörig ins Wanken gekommen. Doch, doch, die Konkurrenten tun schon alles und lassen nicht nach, dass die Bayern wieder hochkommen. Kollektive Paranoia, so könnte man das wohl nennen.

Die Bayern übrigens haben keine Meisterschaftspsychose. Vor dem Spiel gestern bei der Hertha in Berlin sagte Trainer Ottmar Hitzfeld, dass man erst das Spiel noch abwarten solle, dann könne man wieder vom Titel reden. Sie können. Sie sind kühl genug, nicht nur Makaay beim dritten Treffer. Oder, mit Gary Lineker gesprochen: Bundesligafußball ist, wenn 18 Klubs in eine Saison starten und am Ende wird der FC Bayern Meister.

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben