• Max Kruse zerlegt Bayer Leverkusen: Werder Bremen gewinnt nach offenem Schlagabtausch

Max Kruse zerlegt Bayer Leverkusen : Werder Bremen gewinnt nach offenem Schlagabtausch

Werder Bremen bleibt weiter ungeschlagen in 2019. Beim 3:1 gegen Leverkusen überragt Angreifer Max Kruse.

Flog förmlich über den Platz in Leverkusen: Max Kruse.
Flog förmlich über den Platz in Leverkusen: Max Kruse.Foto: Federico Gambarini/dpa

Herber Rückschlag für Bayer Leverkusen, Sieg der Hoffnung für Werder Bremen: Angeführt vom Löw-Neuling Maximilian Eggestein stoppten die Hanseaten durch den nicht unverdienten 3:1 (2:0)-Erfolg im Rheinland am Sonntag den Aufwärts-Trend der Leverkusener und dürfen sich nun selbst vermehrt Hoffnungen auf eine Europacup-Teilnahme machen. Bayer bleibt nach dem 26. Spieltag der Fußball-Bundesliga Sechster und verpasste es nach der beeindruckenden Aufholjagd der letzten Wochen, bis auf zwei Zähler an einen Champions-League-Platz heranzurücken. Die im Jahr 2019 noch ungeschlagenen Bremer haben als Achter derweil nur noch drei Punkte Rückstand auf Leverkusen.

Kapitän Max Kruse mit seinem siebten Saisontor nach Vorarbeit des erstmals von Bundestrainer Joachim Löw in die Nationalmannschaft berufenen Eggestein (13.) und Milot Rashica auf Vorlage von Kruse (37.) schossen vor der Pause die Treffer für die sehr reif und clever spielenden Gäste. Nach dem Anschluss-Tor durch einen sehenswerten Freistoß von Leon Bailey (75.) sorgte Kruse für den Endstand (90.+5) - Eggestein hatte den Konter mit einer Balleroberung eingeleitet.

Bayer konnte wieder auf Kapitän Lars Bender zurückgreifen. Dafür fehlte Zwillingsbruder Sven wegen einer Gehirnerschütterung.  Nationalspieler Kai Havertz saß wegen Magenproblemen zunächst nur auf der Bank. Bremen musste auf Routinier Claudio Pizarro (Muskelverletzung) verzichten. In der Innenverteidigung kam Bayern-Leihgabe Marco Friedl als Ersatz des gesperrten Milos Veljkovic zum dritten Startelf-Einsatz in dieser Saison. Bei der ersten im Hinspiel (2:6) war der Österreicher zur Pause ausgewechselt worden. Diesmal machte der 21-Jährige seine Sache gut.

Werder agiert nach dem Treffer kontrollierter

Trotz all dieser Personal-Rochaden wurde das Spiel so unterhaltsam wie es viele erhofft hatte. Beide Teams suchten stets den Weg nach vorne. Belohnt wurden zunächst die Bremer: Johannes Eggestein leitete den Ball elegant zu Bruder Maximilian weiter, der bediente mustergültig Kruse und der traf aus spitzen Winkel mit links.

Der Held des Bundesliga-Spieltags
Die Torstatistik von Andrej Kramaric legt auf den ersten Blick nahe, der Stürmer habe lediglich eine halbe Stelle in Hoffenheim angetreten: 34 Tore hat er in den Rückrunden seiner vier Spielzeiten für die TSG erzielt, aber nur zwölf in den Hinserien. Insgesamt macht das 46 Treffer – der letzte kam nun am Samstag gegen den VfB Stuttgart hinzu, als er das zwischenzeitliche 1:0 erzielte. Damit schloss der Kroate auf zu Sejad Salihovic, dem bisherigen Rekordtorschützen der TSG. Dass Kramaric sich demnächst auch noch zum alleinigen Rekordhalter der Hoffenheimer aufschwingen wird, kann eigentlich keine Frage sein. Die Rückrunde dauert ja noch ein Weilchen. Leonard BrandbeckWeitere Bilder anzeigen
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18.03.2019 16:15Die Torstatistik von Andrej Kramaric legt auf den ersten Blick nahe, der Stürmer habe lediglich eine halbe Stelle in Hoffenheim...

Der Treffer nahm der Partie aber zunächst etwas an Dynamik. Werder agierte nun kontrollierter, Bayer geriet eine ganze Weile aus dem Konzept. Nach einer halben Stunde schüttelten die Gastgeber den Schock ab und kamen zu zwei Großchancen. Bailey besaß die große Chance zum Ausgleich, doch Friedl blockte den Ball über das Tor (32.), Kevin Volland köpfte ganz knapp daneben (35.). Zielstrebiger war weiterhin Werder: Rashica krönte einen sehenswerten Konter zum 0:2.

Eurosport-Experte Matthias Sammer schwärmte zur Pause von einem „hervorragenden Spiel: Leverkusen enttäuscht nicht. Aber die Tore von Bremen sind Weltklasse.“ Bayer-Trainer Peter Bosz sah die Sache offenbar kritischer. Er brachte zur Pause Paulinho für Karim Bellarabi und den geschwächten Havertz offenbar früher als geplant für Charles Aranguiz. Neun Minuten später traf Havertz auch vermeintlich zum 1:2, er hatte den Ball aber zuvor mit der Hand gespielt.

Nun wurde es ein offener Schlagabtausch: Sahin verpasste mit einem spektakulären Latten-Freistoß das 0:3 (59.), auf der Gegenseite hielt Jiri Pavlenka stark gegen Bender (64.). Bailey, Leverkusens Bester, sorgte mit dem 1:2 für eine heiße Schlussphase, in der Leverkusen mit Vehemenz drückte und Bremen leidenschaftlich verteidigte, ehe Kruse in der Nachspielzeit mit seinem zweiten Tor alles klarmachte. (dpa)

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