Die Phase, in der Klopps Spieler beginnen, einen Vorsprung zu verwalten, liegt noch fern}

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Meisterlicher Rückrundenstart : Borussia Dortmund: Mit der Wucht der Lust

Tatsächlich hätte das erste Spiel nach der Winterpause für die Borussia nicht besser laufen können. Der Meister begegnete den Bremern mit einer solchen Spielfreude, dass die Verzweiflung bei den Gastgebern von Minute zu Minute wuchs. Werder Bremen zeigte zwar eine gute Stunde lang Moral und Kampfgeist, war aber dem Gegner dermaßen unterlegen, dass sich die Mannschaft Mitte der zweiten Halbzeit in ihr Schicksal fügte.

Ganz offenbar ist es der Borussia gelungen, diese pure Lust am Fußball, die sich darin manifestiert, den Gegner auch bei einem Vorsprung von drei oder vier Toren noch mit voller Wucht zu bearbeiten, ins neue Jahr zu transportieren. Die Phase, in der Klopps Spieler beginnen, einen Vorsprung zu verwalten, liegt noch fern. Als er sich aus dem eiskalten Stadion entfernt hatte und in den warmen Katakomben Rede und Antwort stand, erläuterte Gündogan, warum das so ist: „Wenn du 3:0 führst, fällt dir alles leicht. Dann macht es so wie heute beeindruckend viel Spaß, Fußball zu spielen.“

Einer, der wieder mitmachen darf in dieser lustvollen Gesellschaft, ist Nuri Sahin. Der verlorene Sohn durfte noch zehn Minuten am munteren Treiben teilnehmen und fühlte sich dabei sehr wohl, wie er nach dem Spiel sagte. Tausende Fans feierten den bis Sommer 2014 von Real Madrid ausgeliehenen Türken überschwänglich. Sahin berichtete, der Empfang habe „einfach nur Gänsehaut“ verursacht. „Das gibt es nirgendwo auf der Welt.“

Jürgen Klopp registrierte es mit Wohlwollen, um dann zu erläutern, warum er den Heimkehrer nicht von Anfang an gebracht hatte: „Wir fangen doch nicht an, nach einer Woche alles auf den Kopf zu stellen.“ Und dann sagte der Trainer des Meisters: „Wir haben hier eine so gute Mannschaft, mir fallen weltweit nicht viele Fußballer ein, die einfach bei uns vorbeikommen können und von Anfang an spielen.“

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