Sport : Mit Auswärtsvorteil

Alba gewinnt ohne Mühe 75:56 gegen Paderborn

Jochem Schulze

Halle/Westfalen - Es war erst das zweite Mal, dass die Baskets aus Paderborn aus ihrer kleinen Halle in die große Gerry-Weber-Arena nach Halle umgezogen sind. Dorthin kamen immerhin 5100 Zuschauer, um Basketball zu sehen. Sie wollten ein Event miterleben und sind nicht unbedingt Fans des offiziellen Gastgebers von gestern. Deshalb war auch kaum jemand in Halle darüber enttäuscht, dass Alba Berlin souverän 75:56 (38:27) siegte, denn die Show stimmte. „Wir hatten keine Chance. Alba war uns auf jeder Position überlegen“, sagte Paderborns Trainer Doug Spradley.

Die Berliner sind nun nach Punkten alleiniger Tabellenführer der Bundesliga, weil Ludwigsburg gestern 81:92 in Ulm verlor. Alba hatte gegen Paderborn nur in den ersten Minuten Probleme, als die Baskets 9:4 führten. Als Ruben Boumtje Boumtje Alba mit einem Dunking 12:11 in Führung brachte, applaudierte das Publikum in Halle. Den meisten Beifall bei den Berlinern gab es aber für Jovo Stanojevic, der zu Beginn des zweiten Viertels von Trainer Henrik Rödl aufs Spielfeld geschickt wurde.

Alba führte 15:14, und die ersten drei Pässe verwertet Stanojevic jeweils sofort zu Punkten. „Jovo macht deutliche Fortschritte. Er wird uns in den entscheidenden Spielen helfen“, sagte Rödl. Nach seiner langen Verletzungspause kommt der Center immer besser in Form, mit ihm hatte Alba die Hoheit unter dem Brett. Stanojevic traf mit allen seiner insgesamt sechs Versuche in den Korb und verwandelte fünf von sechs Freiwürfen. Am Ende war er mit 17 Punkten bester Werfer, obwohl er nur 19 Minuten zum Einsatz kam.

Dank Stanojevic führte Alba zur Halbzeit 38:27. „Es ist uns gelungen, die körperliche Überlegenheit unter dem Korb auszunutzen. Wir haben gut gereboundet, gut gescored und gut den Ball bewegt“, sagte Henrik Rödl. „Die Riesenkulisse ist für uns ein Vorteil gewesen, weil wir es mehr gewohnt sind.“

Die Kulisse war damit zufrieden, den Berlinern in der zweiten Halbzeit dabei zuzusehen, wie sie ihre Überlegenheit weiter ausspielten. Für die Paderborner bedeuteten ihre 56 erzielten Punkte Minusrekord in dieser Saison, der guten Stimmung in der Halle tat das aber keinen Abbruch. Es war nicht einmal eine meisterhafte Leistung der Berliner, die sie zu ihrem Sieg benötigten, und Trainer Rödl ließ in der Schlussphase trotz des klaren Vorsprungs seine erste Fünf auf dem Parkett. Es ging ihm wohl darum, sich auf die nahenden Play-offs vorzubereiten. Dem Publikum in Halle hat auch das gefallen.

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