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Moto2 auf dem Sachsenring : Marcel Schrötter wird Dritter beim Heimrennen

Motorradpilot Schrötter hat beim Heimrennen auf dem Sachsenring ein Erfolgserlebnis gefeiert. Es ist der nächste Schritt auf dem Weg in die MotoGP.

Sebastian Rauball
Legt sich ins Zeug: Motorradpilot Marcel Schrötter fährt im zweithöchsten Wettbewerb, der Moto2.
Legt sich ins Zeug: Motorradpilot Marcel Schrötter fährt im zweithöchsten Wettbewerb, der Moto2.Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Eigentlich weiß Marcel Schrötter genau, was ihm derzeit fehlt. „Ich muss mich noch mehr konzentrieren, und die vielen kleine Puzzleteile müssen endlich mal wieder zusammenpassen“, sagt der 26-Jährige aus Landsberg am Lech. Schrötter ist zwar aktuell der beste deutsche Motorradpilot seiner Klasse. Dennoch lief es für ihn zuletzt in der Moto2, dem zweithöchsten Wettbewerb nach der MotoGP, mit siebten oder achten Plätzen nicht so wie gewünscht. Das änderte sich am Sonntag beim Heimrennen auf dem Sachsenring in Hohenstein-Ernstthal. Schrötter setzte die richtigen Puzzleteile zusammen und überzeugte als Dritter.

„Es ist mein Heimrennen, da will ich vorne mit dabei sein“, hatte Schrötter vor dem Rennen gesagt. Dies war ihm vor allem zu Saisonbeginn gelungen, etwa mit einem dritten Platz in Katar. Und deshalb hat Schrötter für die Zukunft vor allem ein großes Ziel: den Sprung in die MotoGP. „Ich habe jetzt schon viele Jahre in der mittleren Klasse verbracht und weiß, dass ich auch mit dem großen Motorrad zurechtkommen würde. Man muss nicht unbedingt Weltmeister in der Moto2 werden, um in der MotoGP mithalten zu können“, sagt er. „Aber ich will mir die Chance auch verdienen.“

Schrötter fährt schon seit seinem zweiten Lebensjahr auf zwei Rädern. Angeblich montierte er die Stützräder seines Dreirads eigenhändig ab, nachdem sein Vater ihm versprochen hatte, ihn Motorrad fahren zu lassen, sobald er ohne solche fahren könne. Es folgte das erste Rennen mit drei Jahren – mit neun war er bereits Deutscher Juniorenmeister, und mit 16 Europameister in der 125er-Klasse.

In den professionellen Motorradsport schaffte es Schrötter auch dank Toni Mang, jeweils zweifacher Weltmeister in den 250er- und 350er-Klassen. „Wir setzten Marcel auf ein Honda-Werksmotorrad und statteten ihn mit allem Nötigen aus. Wir dachten, er kann das am besten nutzen“, sagt Mang.

Blick nach vorne: Marcel Schrötter hat große Ziele.
Blick nach vorne: Marcel Schrötter hat große Ziele.Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Doch auf den großen Durchbruch wartet Schrötter noch. In seinen fünf Jahren in der Moto2 konnte er nur die vergangene Saison unter den ersten zehn abschließen, auf Rang acht. „Marcel hat gute Ansätze, aber nicht auf Dauer“, sagt sein früherer Mentor Mang. Nichtsdestotrotz traut er ihm ein Aufrücken in die MotoGP zu, wobei er dabei die Sponsorensuche als größte Schwierigkeit sieht: „In Deutschland hat Motorradsport einfach nicht den Stellenwert.“ Das Erfolgserlebnis auf dem Sachsenring war für Schrötter also doppelt wichtig: für das eigene Selbstvertrauen und die öffentliche Wahrnehmung.

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