Italien dominierte das Spiel, aber erzielte keine Tore

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Update
Nach dem 4:2-Sieg n.E. gegen England : Italien im Halbfinale gegen Deutschland


Es war ein keineswegs hochklassiges, aber am Anfang recht unterhaltsames Spiel. Die Italiener, angeführt von den Strategen De Rossi und Andrea Pirlo, dominierten das Geschehen, aber ihr Spiel litt an der Inkonsequenz in der finalen Zone des Spielfelds. Der eine Stürmer, Antonio Cassano, verlor so ziemlich jeden Ball. Und der andere, Mario Balotelli, ist bei aller Präsenz nicht gerade ein Muster an Geschicklichkeit. Einmal hatte er alle Zeit der Welt und ließ sich den Ball auf dem Weg allein zum Tor noch von John Terry abjagen. Ein anderes Mal versuchte er sich mit mäßigem Erfolg an einem Seitfallzieher. Nachdem Balotelli auch die nächste Chance verwurschtelt hatte, trat er wütend gegen den Pfosten. Immerhin den traf er.
Die Engländer traten insgesamt ein wenig verhaltener auf, aber in der ersten Halbzeit, als sie noch ein paar Mal vor das Tor kamen, wurde es auch mal gefährlich. Meist hatte dabei Wayne Rooney einen Fuß oder seinen Kopf im Spiel. Einen Kopfball setzte er nur ganz knapp über die Latte, ein anderes Mal spielte er hinter dem Standbein Doppelpass mit seinem Klubkollegen Danny Welbeck. Aber der schoss aus schönster Position einen Meter über das Tor.
Mit zunehmender Zeit häuften sich vor allem auf englischer Seite die Fehler. Einen davon hätte De Rossi zur Beginn der zweiten Halbzeit beinahe zur Führung genutzt, als er nach Marchisos Kopfballvorlage ganz allein vor dem Tor stand und diese riesige Chance unkonzentriert verschluderte. Danach schoss erst Balotelli aus Nahdistanz direkt auf Hart, den Abpraller jagte Riccardo Montolivo übers Tor.


Italiens Überlegenheit wurde immer drückender. England fand in der Offensive kaum noch statt und spielte so italienisch, wie die Italiener schon lange nicht mehr spielen – mit zwei Viererketten tief vor dem eigenen Tor. Von Rooney war gar nichts mehr zu sehen.
Auch in der Verlängerung dominierte Italien, aber es reichte nur zu einem zweiten Pfostenschuss, eher versehentlich, denn Diamanti hatte wohl flanken wollen. Der eingewechselte Antonio Nocerino hatte danach Pech, als er bei seinem Kopfballtor ganz knapp im Abseits stand. Dann kam das Elfmeterschießen. England lag nach Montolivos Fehlschuss sogar vorn, aber Young traf nur die Latte und Cole scheiterte an Buffon. Und dann kam der große Augenblick des Alessandro Diamanti.

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