Nach der Fußball-WM 2018 : Brennpunkt Nationalelf

Das deutsche Vorrunden-Aus hängt immer noch schwer in den Kleidern. Dabei gibt es durchaus Gründe, weiter Fan der DFB-Elf zu sein. Eine Glosse.

Ilja Behnisch
DFB-Präsident Reinhard Grindel (r.) und Teammanager Oliver Bierhoff stehen seit Wochen in der Kritik.
DFB-Präsident Reinhard Grindel (r.) und Teammanager Oliver Bierhoff stehen seit Wochen in der Kritik.Foto: Christian Charisius/dpa

#NSTRT

Nach dem durchschlagenden Erfolg des offiziellen „Die Mannschaft“-Hashtags #zsmmen darf der geneigte Fan gespannt sein, was sich die Genies in der DFB-Zentrale an der Frankfurter Otto-Fleck-Schneise als nächstes einfallen lassen. #NSTRT? #FBRCH? #HDGLROFLLOL? Vielleicht aber überrascht der größte Sportverband der Welt auch einfach mal, nähert sich der Wahrheit und wandelt eines seiner famosen Leitmotive ab: Unsere Profis – echte Amateure.

Reinhard Grindel
Der DFB-Präsident hat sich rund um diese Weltmeisterschaft besonders verdient gemacht. Sofern der Eindruck nicht täuscht, er wollte sich vor allem um die deutsche Sprache und also um die Etablierung eines neuen Verbes bemühen, nämlich: grindeln. Was so viel heißt, wie: heute so, morgen so. Denn schon bald möchten die Fans der Nationalmannschaft nach dem Aufstehen sicherlich vor allem eine Frage beantwortet wissen – welche Meinung hat Reinhard Grindel heute wieder geändert? Spannend.

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Warum versagt der DFB, wenn es um die Politik geht?

Die Experten

Mario Basler, Stefan Effenberg, Lothar Matthäus. Ex-Fußballer ohne wahre Perspektive. Gut, dass es auch in Zukunft immer etwas zu kritisieren gibt. Oder besser: hoffentlich gibt es auch in Zukunft immer etwas zu kritisieren. Und sei es die Körpersprache eines Fußballers, der für den deutschen Fußball erheblich mehr geleistet hat als man selbst. Was unbedingt toll ist, weil: wichtiger Schritt in Richtung Vollbeschäftigung.

ARD/ZDF
Vorberichterstattung, Nachberichterstattung, Spielberichterstattung. Ohne Fußball wüssten die öffentlich-rechtlichen Funk- und Fernsehanstalten kaum, wohin mit all den Gebühren. Gut, dass mit der Nations League ein weiterer Wettbewerb naht. Wenn es gut läuft, versagt die DFB-Elf auch dort. Die Sendeminuten, die man dann mit diversen „Brennpunkten“ füllen kann, sind pures Gold.

Der Fußball

Soll, sofern sich die Gerüchte bewahrheiten, auch in Zukunft und auch in Deutschland weiterhin gespielt werden. Und tatsächlich könnte das am Ende noch zu einer richtigen Erfolgsgeschichte werden. Leroy Sané, Timo Werner, Joshua Kimmich, Julian Brandt oder Leon Goretzka etwa sind allesamt unter 24 Jahre alt. Mithin Spieler, die jederzeit in der Lage sind, die Schönheit des Spiels in nur eine einzige Aktion zu verpacken. Schwer vorstellbar, dass in Deutschland auch mal wieder darüber, und nicht über Mesut Özil, diskutiert wird. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

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