Nach der Heim-WM : So geht es für die Handballer weiter

Die Weltmeisterschaft ist vorbei. Doch die Spieler haben nur eine kurze Pause: Schon am Freitag findet das eher umstrittene All-Star-Spiel statt.

Die deutschen Spieler bedanken sich für die Unterstützung der Fans. Nach dem Turnier gab es Steaks für das Team.
Die deutschen Spieler bedanken sich für die Unterstützung der Fans. Nach dem Turnier gab es Steaks für das Team.Foto: Foto: Ludvig Thunman/Bildbyran/dpa

Am Sonntag zu fortgeschrittener Stunde sind alle noch einmal zusammen in einem Steakhaus Essen gegangen, dem Vernehmen nach verlief der Abend bei aller Enttäuschung harmonisch. Dabei hätten Deutschlands Handball-Nationalspieler sicher gern einen anderen Termin wahrgenommen: jenen bei der Siegerehrung im dänischen Herning. Als die drei Medaillengewinner der WM – in der Reihenfolge Dänemark, Norwegen und Frankreich – um kurz vor 20 Uhr nacheinander die Bühne betraten, waren die Deutschen damit beschäftigt, ihre 25:26-Niederlage im Spiel um Platz drei zu erklären.

„Wir haben uns mit eigener Dummheit um die Medaille gebracht“, sagte Torhüter Andreas Wolff vergleichsweise nüchtern. Andere hatten da mehr mit ihren Emotionen zu kämpfen: Fabian Wiede von den Füchsen Berlin, der es als einziger Deutscher ins All-Star-Team des Turniers geschafft hatte, weinte Tränen der Enttäuschung. Patrick Wiencek tat es ihm gleich.

Gensheimer steht vor einer Rückkehr in die Bundesliga

Insofern war es vielleicht gut, dass die Nationalspieler noch am Abend wieder ihrer Wege gingen. Am Sonntag reisten sie mit dem Bus nach Hamburg und von dort aus weiter zu ihren Bundesligisten; nur bei Kapitän Uwe Gensheimer war das Ziel nicht ganz klar. Der Linksaußen von Paris St. Germain soll vor einer Rückkehr zu den Rhein-Neckar Löwen stehen.

Uwe Gensheimer spielte von 2003 bis 2016 für die Rhein-Neckar Löwen. Jetzt könnte er zurückkehren.
Uwe Gensheimer spielte von 2003 bis 2016 für die Rhein-Neckar Löwen. Jetzt könnte er zurückkehren.Foto: imago/pmk

Abgesehen von einer kurzen Unterbrechung zwischen Weihnachten und Silvester, die Bundestrainer Christian Prokop seinen Spielern gewährt hatte, hat die Mannschaft fünf Wochen miteinander verbracht. Jetzt haben sie erstmal Ruhe, zumindest für wenige Tage.

Bundesligisten sind schon im Training

Die Bundesligisten trainieren bereits seit Mitte Januar wieder, wenngleich mit überschaubaren Kadern. Velimir Petkovic zum Beispiel, der Trainer der Füchse Berlin, musste acht Spieler aus fünf Nationen für die WM abstellen – in der besten Handball-Liga der Welt keine Seltenheit. Petkovic hat grundsätzlich kein Problem damit, zumal einer der acht, der Däne Hans Lindberg, als Weltmeister nach Berlin zurückkehren wird. „Jeder will für sein Land spielen, ich war da nie anders“, sagt Petkovic.

Nicht ganz so konsensfähig ist für die meisten Bundesliga-Trainer dagegen der nächste verbindliche Termin, bei dem die Nationalspieler erscheinen müssen: Am Freitag bestreiten sie das alljährliche All-Star-Spiel gegen eine Auswahl internationaler Bundesliga-Spieler. Normalerweise ist das Spiel, das dieses Mal in Stuttgart ausgetragen wird, eine bessere Karnevalsveranstaltung.

Die Fernsehsender wollen die Euphorie nutzen

Sky überträgt die Begegnung auf dem frei empfangbaren Sportnachrichten-Sender in der Hoffnung, den Handball-Hype der WM aufrechtzuerhalten. Ob das funktioniert, darf man bezweifeln: Die Bundesliga ist nach einer einmaligen Konferenz-Übertragung am 7. Februar weiterhin nur im Pay-TV zu sehen. ARD und ZDF zeigen die nächsten nationalen Wettbewerbe erst im April, wenn die Halbfinals im DHB-Pokal anstehen.

Immerhin sind bis dahin die Länderspiele zu sehen, überhaupt wähnt sich der DHB gut aufgestellt. Prokop sagte: „Wir sind vor ein paar Wochen angetreten, um unsere Sportart populärer zu machen. Das hat die Mannschaft super hinbekommen.“

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