Nach der Niederlage gegen Düren : Die BR Volleys haben viel Arbeit vor sich

Nach der Heimniederlage gegen Düren setzen die BR Volleys nun auf das gemeinsame Training bis zum Supercup.

Noch in der Schieflage. Im Spiel der BR Volleys um Nicolas Le Goff (Mitte) und Jan Zimmermann (Nummer 9) gab es gegen Düren einige Abstimmungsprobleme.
Noch in der Schieflage. Im Spiel der BR Volleys um Nicolas Le Goff (Mitte) und Jan Zimmermann (Nummer 9) gab es gegen Düren einige...Foto: imago/Matthias Koch

Spiele in der Max-Schmeling-Halle sind für Jan Zimmermann eigentlich nichts Neues, allerdings kannte der Zuspieler sie bis zum Donnerstagabend nur aus der Perspektive des Gegners. „Es war schön, dass ich das Publikum jetzt hinter mir hatte“, sagte der Neuzugang der BR Volleys. Doch das war es auch schon fast mit den positiven Eindrücken vom ersten Heimspiel der Berliner in der neuen Bundesliga-Saison. „Wir hatten es uns ganz anders vorgestellt“, sagte Zimmermann. Mit 2:3 verloren die Volleys gegen Düren. Im zweiten Pflichtspiel war es bereits die erste Niederlage für den Deutschen Meister.

„Wir waren noch etwas nervös – und verloren so einige Punkte ziemlich schnell“, betonte Zimmermann. Diese Unsicherheit bei der runderneuerten Mannschaft in einigen Spielabschnitten kam für Manager Kaweh Niroomand gar nicht so überraschend. „Die Atmosphäre in der Max-Schmeling-Halle ist für die Neuen noch keine Rückendeckung, sondern eher eine Belastung“, sagte er. Die Kulisse von mehr als 7000 lautstarken Zuschauern war tatsächlich imposant, wahrscheinlich wollten es die Spieler zu gut machen. „Unser Spiel war verkrampft“, betonte Niroomand.

Als einzigen Grund für die Niederlage wollte der 65-Jährige die Atmosphäre aber auch nicht gelten lassen. Dafür unterliefen den Berlinern zu viele einfache Fehler in der Annahme. „Das war eine Katastrophe. So kann man auch gegen einen Bezirksligisten verlieren“, sagte Niroomand. „Wir haben quasi ohne die Grundelemente Annahme und Aufschlag gespielt.“ Die Schwächen in der Annahme ärgerten auch Berlins neuen Trainer Cedric Enard am meisten. „Dieses Level ist nicht akzeptabel“, betonte der Franzose.

Nun können die Volleys eine komplette Woche zusammen trainieren

Umso mehr fehlt den Volleys Moritz Reichert. Der deutsche Nationalspieler war als eine große Stütze in der Annahme eingeplant, allerdings fällt der 23 Jahre alte Außenangreifer wegen eines doppelten Bänderrisses im Sprunggelenk noch mehrere Wochen aus. „Natürlich können wir jetzt über Moritz reden“, sagte Enard. „Moritz wird unser Spiel selbstverständlich stabilisieren. Aber ich ziehe aus der Niederlage vor allem eine Schlussfolgerung: Wir haben noch viel Arbeit vor uns.“

Enard sah in zahlreichen Situationen „zu viele Fragen“ bei den Spielern. Und das könne man nur auf eine Weise beheben: „Indem wir mehr zusammen trainieren.“ Das war in der Vorbereitung jedoch das große Problem. Ein Drittel des zwölfköpfigen Berliner Kaders war bis Ende September bei der Weltmeisterschaft, auch Enard betreute dort das französische Nationalteam als Co-Trainer. Dementsprechend erleichtert ist der 42-Jährige, dass nun eine komplette Woche Training vor ihm und seiner Mannschaft liegt. Am Wochenende will Enard seinen Spielern zur Erholung frei geben: „Danach werden wir zweimal am Tag intensiv trainieren. Das wird uns helfen.“

Erst am 28. Oktober steht für die Volleys das nächste Spiel an, da können sie aber bereits den ersten Titel der Saison gewinnen. Beim Supercup in Hannover treffen sie auf den großen Rivalen VfB Friedrichshafen. Zum dritten Mal gibt es nun das Duell zwischen dem Meister und dem Pokalsieger vom Bodensee, die bisherigen zwei Supercup-Spiele gewann Friedrichshafen.

Niroomand erwartet dann einen anderen Auftritt der Volleys als gegen Düren. „Das ist auch Kopfsache. In der Vorbereitung haben wir gegen die Topteams aus Polen ganz anders gespielt“, sagte er. Da hatten die Berliner nicht den hohen Erwartungsdruck, unbedingt gewinnen zu müssen und spielten bereits erstaunlich gut zusammen – so wie sie es auch gegen Düren etwa im ersten und vierten Satz taten. „Phasenweise haben wir gezeigt, was in der Mannschaft steckt“, betonte Niroomand. „Aber die Bäume wachsen bei uns noch nicht in den Himmel.“

Deshalb setzen die Volleys nun vor allem auf eines: das gemeinsame Training. „Wir“, sagte Zimmermann, „haben unsere Lektion aus dem Spiel gelernt.“

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