Nach der WM-Qualifikation : Hertha BSC ist endlich wieder vollzählig

Nur drei potenzielle WM-Fahrer aus dem Hertha-Kader haben sich mit ihren Nationalteams qualifiziert - jetzt gilt die Konzentration wieder der Bundesliga.

Big in Japan. Genki Haraguchi ist einer von wohl drei WM-Fahrern im Kader von Hertha BSC.
Big in Japan. Genki Haraguchi ist einer von wohl drei WM-Fahrern im Kader von Hertha BSC.Foto: AFP

Am Donnerstag hat sich Genki Haraguchi erstmal erkundigt, ob in der Geschäftsstelle von Hertha BSC noch alles beim Alten ist. Der Japaner war im Zuge einer Länderspielreise zwar nur ein paar Tage außer Lande, aber man weiß ja nie, was in der Zwischenzeit so alles passiert. Ein Rundgang durch die Räumlichkeiten, die auch einen Fanshop enthalten, bestätigte jedenfalls: Das Trikot des Fußball-Bundesligisten ist weiterhin blau und weiß, so wie der Himmel über Berlin dieser Tage verlässlich novembergrau bleibt. Als Haraguchi ein paar Minuten später zu seinem Auto lief, quittierte er die Glückwünsche zur erfolgreichen WM-Qualifikation seines Heimatlandes schließlich japanisch freundlich: mit einem schüchternen „thank you“ und einer Verbeugung.

Ja, Hertha BSC wird auch im Kalenderjahr 2018 wieder Spieler für die Fußball-Weltmeisterschaft abstellen, die dann in Russland über die Bühne geht – und nein, so viele wie bei den letzten Turnieren werden es diesmal nicht sein: neben Haraguchi durften sich lediglich der Australier Mathew Leckie und der deutsche Nationalspieler Marvin Plattenhardt über Erfolge ihrer Auswahlteams freuen. Die Liste der Enttäuschten ist dagegen ziemlich lang: Peter Pekarik, Ondrej Duda (Slowakei), Vladimir Darida (Tschechien), Vedad Ibisevic (Bosnien), Karim Rekik (Niederlande), Rune Jarstein (Norwegen), Valentino Lazaro (Österreich) und Salomon Kalou (Elfenbeinküste) scheiterten allesamt in der Qualifikationsphase, auch Valentin Stockers Berufung ins Schweizer Nationalteam erscheint angesichts seiner Reservistenrolle bei Hertha unwahrscheinlich.

Alle Nationalspieler sind gesund zurück

Immerhin sind alle Akteure ohne größere Blessurgen von ihren Einsätzen zurückgekehrt. „Ich bin froh, dass ich wieder eine komplette Mannschaft zusammenhabe“, sagte Trainer Pal Dardai vor dem Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach am Samstag (18.30 Uhr, Olympiastadion). Zu Wochenbeginn hatte Dardai noch mit äußerst minimiertem Kader trainieren müssen. „Jetzt konnten alle wieder mitmachen und haben intensiv trainiert“, berichtete der Cheftrainer, „das ist auch nicht unbedingt normal, weil einige von ihnen gestern noch gespielt haben und eine lange Reise hinter ihnen liegt“, ergänzte er.

Basierend auf dieser Tatsache wies Dardai darauf hin, „dass ich im Moment nicht viel zur Startaufstellung oder zu Personalien sagen kann“, dazu müsse man das Abschlusstraining am Freitag abwarten. Daran wird dann auch der letzte Abstinenzler teilnehmen: Mathew Leckie sollte am Donnerstag um 23 Uhr wieder in Berlin landen.

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