Fußball-WM 2018

Nach Erdogan-Fotos : Merkel setzt sich für Gündogan und Özil ein

„Ich finde, wir brauchen die jetzt alle, damit wir gut abschneiden“: Kanzlerin Merkel findet verständnisvolle Worte für die Nationalspieler und fordert die Fans zum Klatschen auf.

Ilkay Gündogan auf dem gemeinsamen Fotos mit dem umstrittenen türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.
Ilkay Gündogan auf dem gemeinsamen Fotos mit dem umstrittenen türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.Foto: dpa

„Ich glaube, die beiden Spieler haben nicht bedacht, was das Foto auslöst mit dem Präsidenten Erdogan“, sagte Kanzlerin Angela Merkel am Sonntagabend bei Anne Will in der ARD. Sie sei überzeugt, dass beide die deutschen Fans in keiner Weise enttäuschen wollten. Sie habe es sehr berührend empfunden, das Gündogan trotzdem gesagt habe, er spiele gerne für Deutschland und sei gerne Mitglied der Nationalmannschaft

Die Kanzlerin ergänzte: „Ich finde, wir brauchen die jetzt alle, damit wir gut abschneiden.“ Gündogan und Özil gehörten zur Nationalmannschaft, „und deshalb würde ich mich freuen, wenn mancher Fan auch klatschen könnte“.

Eine Reise zur WM verstößt nicht gegen Merkels Prinzipien

Auf die Frage, ob sie trotz ihrer Kritik am russischen Präsidenten Wladimir Putin zu Spielen der deutschen Mannschaft reisen werde, sagte Merkel, dies könne gut sein. Solche Reisen verstießen nicht gegen ihre Prinzipien. Sie müsse ihre Entscheidung aber an die sonstigen Verpflichtungen anpassen.

Die Fußball-Weltmeisterschaft sei an Russland vergeben worden, sie wünsche dem deutschen Team alles Gute. Falls sie nach Russland fahre, könne sie dies vielleicht sogar zu politischen Gesprächen nutzen - ohne Sprechen werde man in Konflikten überhaupt keine Lösung finden.

Özil und Gündogan hatten mit gemeinsamen Fotos mit dem umstrittenen türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan für Wirbel gesorgt, der auch die WM-Vorbereitung der DFB-Auswahl überschattete. Gündogan hatte sich zuletzt erklärt und ein öffentliches Bekenntnis zu seinem Geburtsland Deutschland abgelegt. Von Özil gibt es dagegen noch keine Stellungnahme. (dpa)

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