Nach Kritik am Erdogan-Foto : Ilkay Gündogan: "Wir haben sehr starken Bezug zur Türkei"

Ilkay Gündogan wird auch im Trainingslager von dem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Erdogan verfolgt. Er bricht in Südtirol sein Schweigen.

Ilkay Gündogan stellte sich am Dienstag den Fragen einiger Journalisten.
Ilkay Gündogan stellte sich am Dienstag den Fragen einiger Journalisten.Foto: AFP

Ilkay Gündogan ist über die weiterhin heftigen Reaktionen auf sein Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan überrascht. Der deutsche Fußball-Nationalspieler will sich aber nun ganz auf seine sportlichen WM-Aufgaben konzentrieren. „Die Reaktionen haben mich getroffen, vor allem auch die persönlichen Beleidigungen. Weil ich schon der Meinung bin, dass einige Vorwürfe, die jetzt gegen Mesut (Özil) und mich aufgekommen sind, nicht zu 100 Prozent stimmen“, sagte Gündogan am Dienstag im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

„Das war eine Erfahrung, die im Nachhinein betrachtet nicht leicht war“, sagte der deutsche Profi mit türkischen Wurzeln auf die Frage, ob das gemeinsame Foto mit Erdogan ein Fehler gewesen sei. Er habe zusammen mit seinem Nationalmannschafts-Kollegen Mesut Özil den türkischen Präsidenten bei einer Veranstaltung getroffen, bei der Stipendien aus der Türkei verteilt worden sind.

Gündogan: "Jeder Mensch hat seine eigene Meinung"

„Alle türkisch-stämmigen Fußballer aus der Premier League waren dort eingeladen. In dem Rahmen hat das Treffen stattgefunden und sind die Fotos entstanden“, berichtete Gündogan.

Video
WM-Porträt: Ilkay Gündogan
WM-Porträt: Ilkay Gündogan

„Ich bin immer offen für Kritik. Jeder Mensch hat seine eigene Meinung. Deshalb haben wir die Meinungsfreiheit. Dafür stehe ich auch“, erklärte der 27 Jahre alte Gündogan im WM-Trainingslager der Nationalmannschaft in Südtirol. „Wir haben aufgrund unserer türkischen Wurzeln noch einen sehr starken Bezug zur Türkei. Das heißt aber nicht, dass wir jemals behauptet hätten, Herr Steinmeier sei nicht unser Bundespräsident oder Frau Merkel nicht unsere Bundeskanzlerin. Deshalb war es auch nie ein Thema, ein politisches Statement zu setzen.“

Özil und er hätten „sehr viel dazu beigetragen, dass wir die Integration in Deutschland fördern“. Er verstehe und akzeptiere, wenn Leute eine andere Meinung hätten. „Aber beleidigen lassen will ich mich auch nicht“, sagte Gündogan in Eppan. (dpa)

Teaser WM Spielplan
Jetzt neu: Wir schenken Ihnen 4 Wochen Tagesspiegel Plus!