• Nach Sturz mit vielen Verletzungen: Warum es für Chris Froome schwerer wird zurückzukommen

Nach Sturz mit vielen Verletzungen : Warum es für Chris Froome schwerer wird zurückzukommen

Chris Froome hat sich schon oft zurückgekämpft. Doch dieses Mal ist es anders - und dafür gibt es mehrere Gründe.

Michael Wiedersich
Christopher Froome wird lange ausfallen.
Christopher Froome wird lange ausfallen.Foto: AFP

In der Karriere von Chris Froome gibt es kaum Jahre, in denen er nicht gestürzt ist. Die Tour de France 2014 musste er nach drei Stürzen an zwei aufeinanderfolgenden Etappen aufgeben. Bei der Vuelta 2015 prallte der Brite auf der Königsetappe in eine Barriere und beendete die Spanien-Rundfahrt vorzeitig.

Froome ist nicht gerade ein Filigran-Techniker auf dem Rad. Und wenn es stimmt, was vom Team mitgeteilt wurde, dass er auf dem Zeitfahrrad von einer Windböe auf der Abfahrt erwischt wurde, als er sich die Nase putzen wollte, zeichnet das nicht gerade ein vorteilhaftes Bild des Tour-Helden. Das wäre dann eigentlich ein Anfängerfehler. Die Verletzungen haben ihn in der Vergangenheit sicherlich auch zurückgeworfen, hier mal ein Handbruch, dort mal ein Fußbruch und ansonsten ganz viele Hautabschürfungen und Prellungen. Aber er kam jedes Mal zurück.

Dieses Mal ist es jedoch anders. Die veröffentlichten Brüche des Oberschenkels, Ellbogens und der Rippen sind schlimm, mögen ähnlich wie die früheren Verletzungen aber wieder heilen. Doch sollte er im nächsten Jahr wieder dabei sein wollen, kommt nun auch sein Alter ins Spiel. Mit 34 Jahren zählt Froome nicht mehr zu den Jüngsten. Abgesehen von seinem Teamkollegen Geraint Thomas (33) oder Vincenzo Nibali (Italien/34) ist die Konkurrenz um den Gesamtsieg der wichtigsten Landes-Rundfahrt deutlich jünger.

Fahrer wie Tom Dumoulin (Niederlande/28), Nairo Quintana (Kolumbien/29), Giro-Sieger Richard Carapaz (Ecuador/26), die Yates-Brüder Simon und Adam (Großbritannien/26) oder Primoz Roglic (Slowenien/29) machten Froome schon mehrfach das Leben schwer. Und aus dem eigenen Team melden Egan Bernal (Kolumbien/22) und Pawel Siwakow (Russland/21) bereits erste Ansprüche an. Aber es gibt auch Hoffnungszeichen, die dem viermaligen Tour-Sieger Mut machen könnten. Zuletzt glückte dem Australier Cadel Evans 2011 im zarten Alter von 34 Jahren der Tour-Sieg.

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