Update

Neuauflage der Finals : Geisel will Berlin wieder als Gastgeber

Die Finals in Berlin waren ein großer Erfolg bei Sportlern und Publikum. Sportsenator Andreas Geisel rechnet mit einer Neuauflage in Berlin.

Gut gelaufen. Bei den Finals in Berlin war viel los.
Gut gelaufen. Bei den Finals in Berlin war viel los.Foto: O. Franke - SenInnDS/promo

Ein Wochenende lang hatten in Berlin die Sportarten, die sonst oft im Schatten anderer Sportarten stehen, ihre große Bühne. In 202 Entscheidungen wurden bei den Finals am vergangenen Wochenende nationale Meister gekürt. Offensichtlich hatten die Berliner ihre Freude an Konstanze Klosterhalfen und Co.: Insgesamt besuchten 178.000 Zuschauer die zehn Deutschen Meisterschaften (am Sonnabend waren es 82.300, am Sonntag 95.700). Die Leichtathletik hatte 26.200 Zuschauer am Samstag (Rekord für einen Einzeltag bis dahin) und am Sonntag sogar 34.350 Zuschauer im Olympiastadion Berlin. Und so ein großer Erfolg schreit natürlich nach Wiederholung: Bereits einen Tag nach den Finals wird über die Fortsetzung diskutiert. Ob in Berlin oder andernorts ist noch nicht klar.

Thomas Kurschilgen, Leistungssportdirektor der deutschen Schwimmer, plädiert für eine Wiederholung von konzentrierten Meisterschaften in Berlin. „Die Finals und damit die nationale Bündelung von zehn Sportarten in einer Stadt wie Berlin, die neben einer exzellenten Sportinfrastruktur auch eine besondere Anziehungs- und Strahlkraft auf Athleten und Besucher ausübt, sind kein Experiment, sondern ein Muss für alle traditionellen olympischen Sportarten“, sagte Kurschilgen. „Daher sollte diese Form von nationalen Meisterschaften mit olympischem Charakter in sinnvollen Zeitabschnitten wiederholt werden.“ Der Deutsche Schwimm-Verband sei jederzeit offen für Gespräche, erklärte Kurschilgen. An allen Tagen der Schwimmwettbewerbe habe eine ausverkaufte Schwimmhalle im Europapark für einen besonderen Glanz gesorgt, sagte Kurschilgen.

ARD und ZDF freuen sich über gute Quoten

Für Berlin war das Event offenbar ein großer Erfolg, Innen- und Sportsenator Andreas Geisel sagte: „Ich habe überall begeisterte Menschen getroffen. Vor allem die Sportlerinnen und Sportler waren begeistert und hatten glänzende Augen. Vor einer solchen Kulisse Meisterschaften auszutragen und dann gefeiert zu werden ist besonders. Die Stimmung war hervorragend, wir sind glücklich.“ Neben der für Geisel anscheinend so wichtigen emotionalen Komponente, dürfte der finanzielle Aspekt - zumindest aus Sicht der Stadt - gestimmt haben. Die vielen Besucher haben natürlich Geld in Berlin gelassen. Die Finanzierung des großen Events ist dann die andere Seite, darüber gab es am Montagmorgen noch keine klare Aussage.

Noch ist aber nicht klar, ob es auch im Olympia-Jahr 2020 solch eine Mammut-Veranstaltung geben wird. „Nach all dem tollen Feedback der Sportlerinnen und Sportler sowie der Zuschauer sollen das nicht die letzten Finals in Berlin gewesen sein“, sagte Geisel.

Für die Sportler war Berlin in jedem Fall eine Erfahrung. Kanute Ronald Rauhe sprintete am Samstag vor außergewöhnlicher Kulisse zu zwei deutschen Kanu-Titeln: „Die Finals waren atemberaubend. Dass die Location direkt an der Oberbaumbrücke und Eastside Gallery etwas Besonderes ist, war klar. Aber die Menschen, die dort waren, sind so extrem mitgegangen. Da war so viel los. Die Stimmung war wirklich fantastisch. Ich habe das genossen. Wir können das gerne wieder tun. Wir haben auch gute Werbung für unseren Sport gemacht. Es ist ein Event, das sich gelohnt hat und das die Zuschauer sehen wollten,“ sagte der Deutsche Meister im Fernsehinterview.

ARD und ZDF freuten sich derweil über gute Fernsehquoten. ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky sagte: „Die Quote ist großartig. Wir hatten im Durchschnitt einen Marktanteil von 12,5 Prozent. Keine Sportart fiel unter zehn Prozent. Schon morgens zum Triathlon hatten 900.000 Menschen eingeschaltet, abends zur Leichtathletik waren es 2,5 Millionen." (Tsp/dpa)

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!