Niederlage gegen Ingolstadt : Eisbären Berlin verspielen Führung

Die Eisbären verlieren in einem dramatischen Spiel nach Penaltyschießen gegen Ingolstadt. Nun sind sie auch Platz vier los.

Ein Hauen und Stechen. Das Spiel fand erst sehr spät einen Gewinner.
Ein Hauen und Stechen. Das Spiel fand erst sehr spät einen Gewinner.Foto: Imago

Der Weg zur eigenen Bank ist beim Eishockey im zweiten Drittel besonders lang. Deswegen will ein Wechsel gut überlegt sein. Die vier Spieler des ERC Ingolstadt entschieden sich am Freitagabend trotz aller Risiken für einen kollektiven Spurt zu den Kollegen. Frische Kräfte sollten her, um die Unterzahl zu überstehen.

Das allerdings ging schief, die Eisbären spielten es aus der eigenen Zone heraus schnell und direkt. Am Ende stand Marcel Noebels am rechten Pfosten genau richtig und schob den Puck zum 4:2 ins Netz.

Es war der dritte Treffer der Berliner binnen sieben Minuten, aus einem 1:2 hatten sie eine Zwei-Tore-Führung gemacht und waren damit auf dem besten Weg, dass Spiel um Platz vier gegen den Verfolger aus Ingolstadt für sich zu entscheiden.

Am Ende allerdings verspielten sie den Sieg doch noch, nach 65 Minuten und Penaltyschießen hieß es vor 14 200 Zuschauern in der zum vierten Mal in Folge ausverkauften Arena am Ostbahnhof 4:5 nach Penaltyschießen (1:1, 3:2, 0:1/0:1). Ingolstadt ist damit in der Tabelle an den Eisbären vorbeigezogen.

Ins Spiel ging die Mannschaft von Trainer Serge Aubin erstmals seit Wochen wieder mit einem kompletten Kader. Vier volle Sturmreihen und sieben Verteidiger konnten die Berliner aufbieten, der junge Eric Mik gab in der Defensive sein Debüt in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) - zumindest auf dem Spielberichtsbogen.

Zum Einsatz kam der 19-Jährige am Freitag nämlich nicht, Aubin wollte in diesem wichtigen Spiel offenbar lieber auf Nummer sicher gehen.

Das allerdings misslang aus einem anderen Grund, denn die Gäste-Führung durch Brett Olson wurde durch einen Fehler von Constantin Braun begünstigt. Ingolstadt war zu Beginn deutlich präsenter, angesichts der robusten Zweikampfgestaltung musste man sich um die Eisbären beinahe ein bisschen Sorgen machen.

Das zweite Drittel wird wild

Allerdings verteilte auch der ERC ein Geschenk und so traf Pierre-Cedric Labrie kurz vor der ersten Drittelpause zum etwas schmeichelhaften 1:1.

Im zweiten Drittel wurde aus dem zunächst relativ kontrollierten Spiel ein wildes. Ingolstadt legte durch Michael Collins wieder vor, in Überzahl konnte der einen Konter zum 2:1 vollenden. Danach drehten die Eisbären auf, sie schafften es nun immer wieder den gegnerischen Checks auszuweichen und fanden so Lücken.

Landon Ferraro glich zum 2:2 aus, Austin Ortega gelang wenig später das 3:2, er traf auf ganz ähnliche Weise wie wenig später Noebels. Die Berliner spielten nun schnell und direkt – ließen hinten aber die notwendige Konzentration vermissen. Und so kam Ingolstadt durch Brett Findlay wieder heran.

Das letzte Drittel versprach Spannung und nun kochten auch die Emotionen hoch. Es gab die eine oder andere Hand- bzw. Stockgreiflichkeit, nur ein weiteres Tor wollte zunächst nicht fallen. Bis Wayne Simpson ein Überzahlspiel in der Schlussphase zum 4:4-Ausgleich der Ingolstädter verwertete.

So ging es für die Eisbären wieder mal in die Verlängerung, in der es zwar viele Chancen gab – unter anderem einen Penalty von Austin Ortega – aber kein weiteres Tor mehr.

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Im folgenden Penaltyschießen vergaben dann Noebels und James Sheppard für Berlin, während die beiden Ingolstädter Schützen Tim Wohlgemuth und Kristopher Foucault trafen.

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