Nordische Ski-WM : Deutsche Skispringerinnen könnten zu Gold fliegen

Zum ersten Mal findet bei einer WM das Teamspringen der Frauen statt. Die Deutschen haben große Chancen auf den Sieg.

Eine der fünf besten im Weltcup: Juliane Seyfarth fliegt über Seefeld.
Eine der fünf besten im Weltcup: Juliane Seyfarth fliegt über Seefeld.Foto: Niesner/Reuters

Jahrelang mussten die Skispringerinnen um ihre Teilnahmeberechtigung bei einer Weltmeisterschaft kämpfen, jetzt haben Katharina Althaus und ihre Teamkolleginnen gleich drei Chancen auf Gold. Mit dem ersten Teamspringen der Frauen bei einer Nordischen Ski-Weltmeisterschaft wird an diesem Dienstag (16.15 Uhr/ARD und Eurosport) ein Stück Wintersport-Geschichte geschrieben.

Und das deutsche Quartett um Althaus hat hervorragende Chancen, bei der Premiere gleich die Goldmedaille zu gewinnen. „Wir sind ständig vorne mit dabei, das ist schon eine richtige Ansage. Es hat sich eine gewisse Eigendynamik zum Positiven entwickelt“, sagte Bundestrainer Andreas Bauer. Der Coach war in den vergangenen Jahren einer der Hauptkämpfer für die Gleichberechtigung der Frauen.

Eisenbichler hat bereits zweimal Gold gewonnen

Im herrlichen Bergpanorama von Seefeld sagte er am Montag mit großer Zuversicht: „Irgendwann wird die komplette Gleichstellung zu den Männern kommen. Wir sind schon sehr weit.“

Die deutschen Frauen haben nun die Chance, Doppel-Weltmeister Markus Eisenbichler nachzueifern und innerhalb von zwei Tagen zweimal Gold zu erobern, bevor am Samstag das gemeinsame Mixed wartet.

„Wir haben uns riesig gefreut, dass der Teamwettkampf so kurzfristig noch mit aufgenommen wurde. Ich denke, es ist ein guter Schritt, auch im Hinblick auf die Entwicklung unserer Sportart“, sagte Titelverteidigerin Carina Vogt, die wie Althaus und Juliane Seyfarth zu den besten fünf Frauen des Weltcups zählt.

Die Deutschen sind Favoritinnen auf den Sieg

Auch bei den Männern steht die Stärkung des Frauen-Programms hoch im Kurs. Der frühere Weltklasse-Skispringer Andreas Goldberger sagte: „Das haben sie sich mehr als verdient. Enorm tolle Leistungen, toller Sport, was uns da geboten wird. Es ist absolut an der Zeit, dass die Damen einen eigenen Teamwettbewerb haben.“ Er sieht die Premiere auf der Toni-Seelos-Schanze als „den nächsten Meilenstein“.

Beim World Cup in Slowenien feiern Juliane Seyfarth, Carina Vogt, Katharina Althaus and Anna Rupprecht den Sieg.
Beim World Cup in Slowenien feiern Juliane Seyfarth, Carina Vogt, Katharina Althaus and Anna Rupprecht den Sieg.Foto: Jure Makovec/AFP

Mit Althaus, Vogt, Seyfarth sowie Ramona Straub geht Bauer am Dienstag ins Rennen. Die Favoritenrolle seiner Athletinnen verglich er mit einem Fußball-Pokalspiel, in das man als klarer Favorit gehe. Doch Bauer warnte: „Sicher ist nichts.“ Nach dem Teamwettbewerb soll das DSV-Top-Trio im Einzel die seit Wochen übermächtige Norwegerin Maren Lundby attackieren.

Nordische Kombination zieht nach

Der Stellenwert des WM-Wettbewerbs ist für die Frauen wegen der sonst eher geringen Medienpräsenz und der fehlenden Vierschanzentournee enorm. „Wir waren sehr oft hier und haben jede freie Minute genutzt. Wir wissen genau, was auf uns zukommt“, sagte Bauer.

Mit der schrittweisen Einführung neuer WM-Wettbewerbe sind die Skispringerinnen auch Vorbild für die Nordische Kombination, bei der es 2021 in Oberstdorf erstmals eine Frauen-Entscheidung geben soll.

(dpa)

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