• Nun nur noch Fünfter in der Tabelle: Eisbären lassen sich von Straubing einlullen - und verlieren

Nun nur noch Fünfter in der Tabelle : Eisbären lassen sich von Straubing einlullen - und verlieren

Die Eisbären zeigen lange ein starkes Spiel. Doch am Ende haben sie keine Linie mehr.

Jan Schröder
Das war nicht genug. Zuletzt taten sich die Eisbären daheim schwer.
Das war nicht genug. Zuletzt taten sich die Eisbären daheim schwer.Foto: dpa

Als am Freitagabend die Schlusssirene in der Arena am Ostbahnhof erklang, wurde es still im ausverkauften Oval. Erstaunlich, wie leise 14 200 Menschen in einer Halle sein können. Aber natürlich hielten die Zuschauer in klarer Mehrheit zu den Eisbären und da waren sie zu später Stunde eben enttäuscht.
Die Berliner hatten nicht nur ihr Heimspiel gegen die Straubing Tigers 1:2 (1:0, 0:1, 0:1) verloren, sondern damit wohl auch die Chance verspielt, vor den Play-offs in der Deutschen Eishockey-Liga noch auf Platz drei vorzurücken. Dort thronen die Tigers seit Freitag mit satten zehn Punkten Vorsprung auf die Eisbären.

Für Straubing stand viel auf dem Spiel, wochenlang hatte der Außenseiter die Liga aufgemischt und sich in der Tabelle vorn festgesetzt. In den vergangenen Wochen allerdings schwanden den Bayern doch die Kräfte, besonders auswärts verbreiteten sie keinen Schrecken mehr. Vor dem Spiel in Berlin setzte es da drei Niederlagen in Serie für die Tigers, was ja an sich für die heimstarken Eisbären sprach.
Die Zuschauer in der Arena sahen aber schon in den Anfangsminuten sehr engagierte Gäste. Eisbären-Torhüter Justin Pogge musste mehrfach eingreifen, ehe die Berliner richtig gefährlich wurden. Doch dann nutzten die Eisbären gleich ihre erste Drangphase: Leo Pföderl sorgte nach knapp sieben Minuten für die Führung.
Nun demonstrierten beide Teams mit großem Einsatz, hohem Tempo und durchdachter Spielanlage, warum sie in dieser Saison nicht weit von der Ligaspitze entfernt sind. Die Berliner blieben bis zur ersten Pause gefährlicher und hatten Pech, als Verteidiger Jonas Müller nur den Innenpfosten traf.

Intensiv und auf hohem Niveau

Auch im zweiten Spielabschnitt blieb es ein intensives Spiel auf hohem Niveau. Für zusätzliche Unterhaltung sorgte der Straubinger Torhüter Jeff Zatkoff mit zwei völlig missglückten Ausflügen hinter den eigenen Kasten. Die Berliner schafften es aber beide Male nicht, den Puck im verwaisten Tor unterzubringen.
Das rächte sich zwanzig Sekunden vor der Pausensirene, als Chasen Balisy im Powerplay für die Gäste ausglich. Das 1:1 war für die Berliner ein Treffer mit Nachwirkung, sie fanden im letzten Drittel keine Mittel, um den Gegner in die Enge zu treiben.Nachdem die Eisbären fahrlässig eine Konterchance versiebt hatten, landete der Puck im Gegenzug im Tor von Pogge. Antoine Laganiére traf nach einem Solo zum 2:1. Das war es dann, von den Eisbären kam nichts mehr. Ihr Torschütze Leo Pföderl sagte: „Wir haben uns von den Straubingern einlullen lassen. Wir sind selbst Schuld an der Niederlage.“
Jetzt müssen die Eisbären in der Tabelle wohl wieder nach unten schauen. Weil Bremerhaven am Freitag gewann, fielen die Berliner auf Platz fünf zurück. Ein Spiel vor der Länderspielpause bleibt noch, um auf Platz vier zurückzukehren: Am Sonntag kommt der ERC Ingolstadt in die Arena am Ostbahnhof, in der es dann wieder lauter sein sollte als zum Schluss am Freitag.

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