• Nur noch ein Punkt Rückstand auf Leipzig: Der FC Bayern spielt wieder Bayern-like

Nur noch ein Punkt Rückstand auf Leipzig : Der FC Bayern spielt wieder Bayern-like

Mit dem 5:0 gegen Schalke macht der FC Bayern eine Kampfansage in Richtung Leipzig. In zwei Wochen steht das direkte Duell in München an.

Läuft wieder. Thomas Müller und seine Bayern haben die ersten zwei Rückrundenspiele mit insgesamt 9:0 Toren gewonnen.
Läuft wieder. Thomas Müller und seine Bayern haben die ersten zwei Rückrundenspiele mit insgesamt 9:0 Toren gewonnen.Foto: Angelika Warmuth/dpa

Das Wort zum Spieltag sprach Manuel Neuer nach der Machtdemonstration des FC Bayern mit leiser Stimme, aber einer doch unmissverständlichen Botschaft. Angestachelt vom Leipziger Patzer in Frankfurt demonstrierten die Münchner beim 5:0 gegen Schalke 04 ihre Gier auf den achten Titelgewinn nacheinander. „Das war ein guter Rückrundenstart für uns mit dem 4:0 in Berlin und dem 5:0 jetzt. Ich denke, dass alle wissen in der Bundesliga, dass der FC Bayern München wieder da ist“, sagte Kapitän Neuer am Samstagabend.

Zwei Siege, 9:0 Tore - mit einem perfekten Start ins neue Jahr haben „bockstarke Bayern“, wie Schalke-Coach David Wagner anerkennend feststellen musste, sofort auf die Überholspur gewechselt. Nur noch einen Punkt liegt der Serienmeister hinter dem Spitzenreiter, der spätestens in zwei Wochen im direkten Duell in München überholt werden soll.

„Wir wollen auf jeden Fall an die Tabellenspitze. Da sieht sich der FC Bayern, da sehen wir Spieler uns. Darauf arbeiten wir hin“, sagte Thomas Müller, neben Robert Lewandowski, Leon Goretzka, Thiago und Serge Gnabry einer der fünf Torschützen.

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In den Rückspiegel, in dem die Verfolger Borussia Mönchengladbach und auch Borussia Dortmund mit dem neuen Torjäger Erling Haaland lauern, blickte am Wochenende in München niemand. Für die berauschten Bayern-Fans ist der Ausgang des aktuell umkämpften Titelrennens eh klar. „Deutscher Meister wird nur der FCB“, schallte es zum Ende der 90 Spielminuten durch die ausverkaufte Arena.

Die Gier, welche die Bayern um Torjäger Lewandowski, dem der 21. Saisontreffer glückte, auch noch nach dem 3:0 und 4:0 zeigten, das extrem effektive, kollektive Pressing, mit dem sie wehrlose Schalker förmlich erdrückten, war unwiderstehlich und furchteinflößend. „Für uns war es sehr gelungener Spieltag. Wir haben die Qualitäten, um Meister zu werden. Das war ein guter Anfang“, sagte Trainer Hansi Flick.

Flick hat "an der ein oder anderen Schraube gedreht"

Das Bayern-Spiel ist unter dem 54-Jährigen, der einer dauerhaften Beschäftigung als Chefcoach näherkommt, wieder Bayern-like: Dominant, kontrolliert, strukturiert, durchdacht. Der Spaß am Fußball ist zurück. „Er hat in einer schwierigen Situation übernommen und ein Klima geschaffen, in dem wir uns wohlfühlen. Und er hat an der einen oder anderen Schraube gedreht“, bemerkte Nationalspieler Goretzka. Zudem hat Flick wieder mehr personelle Optionen. Die Verletzten kehren zurück, den frisch von Real Madrid ausgeliehenen Außenverteidiger Álvaro Odriozola benötigte er gegen Schalke nicht.

25:7 Torschüsse, 75 Prozent Ballbesitz, 814:272 Pässe - es war eine Demonstration fußballerischer Überlegenheit, mit der die Bayern die als Spitzenteam angereisten Schalker zu Statisten degradierten. „Die Bayern waren richtig gut, richtig griffig, richtig gierig. Dagegen konnten wir uns nicht wehren“, gestand Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider. „Zur Entwicklung einer jungen, spannenden Mannschaft gehört auch hart verlieren dazu“, kommentierte Wagner. Er nahm neben der Niederlage eine weiter emotionalisierte Torwartdebatte mit heim nach Gelsenkirchen, weil Markus Schubert bei zwei Toren patzte und Argumente lieferte, Alexander Nübel wieder ins Tor zu stellen.

Auch mit der „allerbesten Leistung“ von Schubert hätten die Bayern gewonnen, warf der kaum beschäftigte Nationaltorhüter Neuer zurecht ein. Die Münchner Stars haben sich für 2020 vorgenommen, die jüngere Vergangenheit in die Zukunft zu übertragen. „Wir wollen schauen, dass wir weiter so dominant auftreten. Dann haben die Gegner wieder diesen Respekt, den sie vor dem FC Bayern in den letzten zehn Jahren auch immer wieder hatten“, sagte Müller. Er hatte aber auch noch eine Mahnung parat: „Es bringt uns nichts, Ende Januar große Lobeshymnen auf uns alle anzustimmen. Es geht darum, dass wir durchziehen.“ (dpa)

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