Offener Brief der CFC-Fußballer : "Chemnitz ist himmelblau, nicht braun"

Es ist das erste Heimspiel seit der Trauerfeier für einen Neonazi. In einem offenen Brief wenden sich die Spieler des Chemnitzer FC an ihre Fans.

Zum Sachsen-Duell mit Bautzen rechnet der CFC mit 4000 bis 4500 Besuchern
Zum Sachsen-Duell mit Bautzen rechnet der CFC mit 4000 bis 4500 BesuchernFoto: AFP

Die Regionalliga-Fußballer des Chemnitzer FC haben die Bewohner der westsächsischen Stadt dazu aufgefordert, im Heimspiel am Samstag gegen Budissa Bautzen (13.30 Uhr) zu zeigen, „wie lebenswert und bunt diese Stadt ist“. In einem offenen Brief schreibt der Mannschaftsrat um Kapitän Dennis Grote: „Es ist Zeit, Farbe zu bekennen und zu zeigen, dass Chemnitz himmelblau und nicht braun ist!“

Das Sachsen-Duell gegen Bautzen ist das erste Heimspiel der Chemnitzer nach dem Skandal am 9. März, als Fans im Stadion um einen verstorbenen Hooligan und Rechtsextremisten trauerten. Die Begegnung der Regionalliga Nordost steht unter bundesweiter Beobachtung. DFB-Vizepräsident Rainer Koch hatte sich gewünscht, dass sich der Chemnitzer FC in dem Spiel klar gegen Rassismus positioniert.

Im Umfeld des Spiels sind nach Angaben des Vereins weitere Aktionen geplant. So demonstriert das Team mit Aufschriften auf seinen Aufwärm-Trikots gegen Radikalismus. An die Zuschauer werden kostenlos T-Shirts mit entsprechenden Slogans verteilt. Der Club rechnet mit 4000 bis 4500 Besuchern.

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Die Fußballer schreiben, dass die zurückliegenden Tage für die Mannschaft „sehr schwierig“ gewesen seien: „Für was für einen Nazi-Club spielst du denn?". Diese oder ähnliche Nachrichten haben wir alle in den Tagen seit dem 9.3.2019 immer wieder bekommen. Das war vorher nicht so. Und das soll künftig auch nicht mehr sein!“ In dem Brief heißt es, dass ein sehr großer Teil der Mannschaft nicht gebürtig aus Chemnitz, aber gern in der Stadt sei. Die Spieler hätten „bei zahlreichen Terminen und Gesprächen viele tolle und weltoffene Chemnitzer“ kennengelernt. „Diese Menschen sollten wir alle in den Fokus stellen und nicht die braune Ideologie.“ (dpa)

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