Olympia-Tagebuch: Neben der Spur (13) : Achtet auf die Kleinen!

Auch in Pyeongchang gibt und gab es Widerstand gegen Olympia. Unseren Reporter lässt das mit einem unguten Gefühl zurück.

Proteste gegen Olympia? Gibt es auch in Südkorea.
Proteste gegen Olympia? Gibt es auch in Südkorea.Foto: dpa

Wo Olympia sich breit macht, da ist auch der Protest gegen Olympia nicht weit. Wir kennen das bei uns in Europa nur zu gut, nach gescheiterten Bewerbungsvorhaben in München und zuletzt Innsbruck. Dort waren die Bedenken und Einwände stärker als die Aussicht auf 16 Tage Olympia. Also finden Winterspiele nun fortan da statt, wo nicht gemeckert, sondern von oben gemacht wird. Erst Russland, jetzt Südkorea, dann China. Klingt einfach, ist es aber nicht. Auch in Pyeongchang gibt und gab es Widerstand. Er lässt sich täglich ablesen an den vielen Transparenten in den Bergen, besonders am Phoenix Snow Park, wo die Skicross- und Snowboardwettbewerbe stattfinden.

„Pyeongchang Olympic kill us“ ist in holprigen Englisch zu lesen auf roten Transparenten an den schneeverschmutzten Straßen. Die Vereinigung der Skishops protestiert. Gerade mal eine Piste ist im Skigebiet noch offen. Viele der dutzenden Skigeschäfte haben schon dicht, manche machen wohl nicht wieder auf, weil sie die Saison ohne Verleih- und Verkaufsgeschäft nicht überleben werden. Keiner wird ihnen helfen. Warum zahlen die Organisatoren keine Kompensation? Sicher, ein paar Skiläden mögen nicht viel sein gegenüber dem großen Nutzwert, den Olympia hat, da müssen Einzelne mal zurückstehen – könnte man jetzt sagen. Sage ich aber nicht. Der Protest gibt mir als Besucher ein ungutes Gefühl. Und daran sind nicht die Skiläden Schuld, sondern die Organisatoren. Zum großen Olympia gehört auch die Rücksicht auf die kleinen Leute.

Hier erzählen unser Korrespondent Claus Vetter und die ehemalige Skirennläuferin Martina Ertl abwechselnd Geschichten aus Pyeongchang. Alles zu den Olympischen Spielen lesen Sie in unserem Blog.

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