Olympia und Paralympics in Tokio : Markus Rehm denkt weiter über Doppelstart nach

Der dreimalige Paralympics-Sieger durfte 2016 nicht bei den Olympischen Spielen antreten, weil nicht geklärt ist, ob seine Prothese ein Vor- oder Nachteil ist.

Markus Rehm bei den Deutschen Meisterschaften im Olympiastadion.
Markus Rehm bei den Deutschen Meisterschaften im Olympiastadion.Foto: Sven Hoppe/dpa

Weitsprung-Weltrekordler Markus Rehm (31) hat noch nicht entschieden, ob er nach dem vergeblichen Versuch 2016 vor den Olympischen Spielen 2020 in Tokio noch einmal einen Doppel-Start bei Paralympics und Olympia anstreben wird. „Ich bin noch am Überlegen“, sagte der dreimalige Paralympics-Sieger: „Was ich auf jeden Fall vermeiden möchte, ist, dass diese Diskussion alles überstrahlt. Ich habe aber immer gesagt, dass ich mich in erster Linie als paralympischer Athlet sehe.“

Nachdem der Südafrikaner Oscar Pistorius 2012 in London als erster beidseitig Amputierter über 400 Meter erst bei Olympia und dann bei den Paralympics gestartet war, hatte Rehm den Doppel-Star vier Jahre später vergeblich angestrebt. Es gibt mehrere Studien zu dem Thema, die zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen, ob Prothesen im Weitsprung ein Vor- oder Nachteil sind. Rehm verzichtete auf den Gang vor die Sportgerichte, blieb aber immer am Thema dran.

Für seinen Leverkusener Vereinskollegen Felix Streng, der als einer der besten Weitspringer in Rehms Klasse inzwischen auch schon an Wettbewerben der Nichtbehinderten teilgenommen hat, ist dies derweil kein Thema. „Ich finde, dass das, was Oscar gemacht hat, bei uns nicht zur Debatte stehen sollte. Wir sollten bei uns bleiben“, sagte der 24-Jährige: „Dass Markus 8,48 Meter springt, ist Wahnsinn und absoluter Hochleistungssport. Aber man kann die Weiten nicht miteinander vergleichen. Bei uns gehört die Prothese zum Sport wie das Auto zur Formel 1.“ Gemeinsam bei Meetings zu starten, sei „etwas anderes, weil es einem anderen Rahmen stattfindet“. (dpa)

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