• Pay-TV-Sender setzt Sparmaßnahmen fort: Sky macht Klubs und Fans zu zweitklassiger Ware

Pay-TV-Sender setzt Sparmaßnahmen fort : Sky macht Klubs und Fans zu zweitklassiger Ware

Bei Zweitliga-Übertragungen setzt Sky keine Konferenzkommentatoren mehr ein. Und degradiert diese damit zur lästigen Pflichtaufgabe. Ein Kommentar.

Sebastian Behrens
Sparmaßnahmen. Sky reduziert sein Angebot.
Sparmaßnahmen. Sky reduziert sein Angebot.Foto: Tobias Hase/dpa

Acht Jahre ist es nun schon her, dass die Deutsche Fußball-Liga beschlossen hat, den Saisonstart der Zweiten Liga um drei Wochen vorzuverlegen. Dies verhelfe den unterklassigen Teams in der Anfangsphase der Saison zu mehr Aufmerksamkeit, hieß es. Vor allem aber verhilft es dem Bezahlsender Sky zu höheren Einschaltquoten und im Idealfall zu mehr Abos. Denn Sky besitzt die exklusiven Übertragungsrechte für die Zweite Liga.

Dass Sportligen den Wünschen der Fernsehanstalten entgegenkommen, ist nichts Neues. Dass die Fans, die die Spiele regelmäßig im Stadion verfolgen, dabei nicht gefragt werden, wurde mittlerweile klargestellt. Offenbar sind nicht einmal mehr die Meinungen der Spieler und Trainer von Interesse. Gerade Letztgenannten missfällt der frühere Saisonstart. Mannschaften, die noch in der Relegation spielen mussten, hätten kaum mehr Chancen auf eine ausreichende Vorbereitung, so der Tenor.

Doch das alles ist schon bekannt. Eines wird allerdings neu sein an diesem Wochenende, wenn die Saison in der Zweiten Liga beginnt. Und das hängt wiederum mit Sky zusammen. Der Sender spart sich künftig die Konferenz-Kommentatoren. Stattdessen schaltet ein einzelner Moderator zwischen den Spielen hin und her und übergibt an die Kollegen, die die Einzelspiele kommentieren. Auf den traditionellen Tor-Zwischenruf der Kommentatoren in den Samstags- und Sonntagskonferenzen warten die Zuschauer also ab dieser Saison vergeblich.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Sky nicht mehr bei allen Spielen der Zweitligisten einen Reporter vor Ort und damit den Sparkurs eingeleitet. Das einst mit dem Zusatz „beste Zweite Liga der Welt“ titulierte Produkt ist für den Sender offenbar nur mehr lästige Pflichtaufgabe. In die Röhre gucken letztlich Klubs und Fans. Ihnen wird damit auch vom live übertragenen Fernsehsender vor Augen geführt, dass sie eben nur zweitklassige Ware sind.

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