Play-Off-Viertelfinale : BR Volleys siegen zum Auftakt

Berlins Volleyballer haben im ersten Spiel der Play-Offs gegen die SVG Lüneburg wenig Mühe, obwohl noch längst nicht alles wie gewünscht läuft.

Da geht's ins Halbfinale. Graham Vigrass (l.), Paul Carroll und die BR Volleys starten glänzend in die Play-Offs.
Da geht's ins Halbfinale. Graham Vigrass (l.), Paul Carroll und die BR Volleys starten glänzend in die Play-Offs.Foto: Soeren Stache/dpa

Es war eine Szene wie vom Volleyballverein aus dem Dorf, als Pierre Pujol und Robert Kromm, die beiden Bundesliga-Spieler der BR Volleys, sich im zweiten Satz etwas ratlos anblickten. Gerade noch hatten Pujol und Libero Luke Perry die Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle mit einer spektakulären Rettungsaktion hinter der Auslinie um den Atem gebracht, hatten Sprints und Hechtsprünge angewandt, den Ball damit in der Luft gehalten. Doch dann fiel der zuvor gerade so unter Kontrolle gebrachte Ball aus der Höhe auf den Boden, zwischen den Zuspieler Pujol und den Außenangreifer Kromm. Es war nicht der einzige Konzentrationsfehler im Spiel der BR Volleys gegen die SVG Lüneburg im ersten Duell des im "Best of three"-Modus ausgetragenen Viertelfinales der Play-offs. Dennoch reichte es am Mittwochabend für einen Berliner 3:0-Sieg (25:18, 25:22, 25:15)

Dabei hätte der Deutsche Meister vor 4516 Zuschauern eigentlich vor Angriffslust strotzen müssen: Vergeltung für die Niederlage in Lüneburg im Februar trieb die Volleys ja an, sie wollten beweisen, dass sie sehr wohl gegen die erst 2014 in die Bundesliga aufgestiegenen Niedersachsen triumphieren konnten. Oder spukte dann doch das damals erlittene 0:3 gegen den Tabellensiebten in den Hinterköpfen umher?

Beide Mannschaften starteten unkonzentriert in die Partie: Hüben wie drüben des Netzes kämpfte man mit der Annahme, das Zuspiel war zuweilen fahrig. Die Lüneburger streiften mehrmals den Ball und verloren ihn. Selten gelang es ihnen, den Ball ins Feld der Volleys zu blocken - zu hart trugen Kromm und Carroll die Angriffe vor. Auch Adam White gelangen einige scharfe Pässe, welche die blutjungen Lüneburger - bis auf Matthias Pompe sind alle Spieler im Kader Jahrgang 1991 oder jünger - überforderten.

Die Erfahrung macht den Unterschied

Im Lauf des zweiten Satzes bewiesen dann Kromm und Carroll, das Erfahrung manchmal mehr wert ist als jugendlicher Elan: Immer wieder versenkten sie den Ball in der Ecke der Lüneburger, retteten unglücklich angenommene Bälle und sahen mit einer unerschütterlichen Seelenruhe den Lüneburgern zu, wie sie mit ihren Schmetterbällen kämpften.

Auch der Mittelblock machte seine Arbeit gut an diesem Abend. Die Annahme aber fing sich trotz energischer Ansagen von Trainer Stelian Moculescu auch im Laufe des Spiels nicht so richtig. Mehrfach perlten harte Angriffe an Pujol ab, im zweiten Satz traf ihn ein Ball gar ins Gesicht.

Im dritten Satz kam dann die Wende: Der kleine Franzose stieg am Netz hoch und sprang als Blocker ein. Überhaupt schien man zwei Sätze zum Warmwerden gebraucht zu haben, ehe das Spiel der Volleys mit fortschreitender Dauer immer souveräner wurde. Jetzt bleibt aus Berliner Sicht nur zu hoffen, dass das auch für die restliche Saison gilt. Trotz schleppendem Start gab Robert Kromm nach dem Spiel folgende Marschroute für das Spiel am Samstag in Hamburg aus: "Die Saison fängt jetzt erst an." Genau das wollen die Volley-Fans hören.

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