Pokalfinale in Köln : VfL Wolfsburg macht das Double perfekt

Gegen den FC Bayern München müssen die Wolfsburgerinnen ins Elfmeterschießen, gewinnen den DFB-Pokal dank Torfrau Almuth Schult aber trotzdem.

Reaktionsschnell. Wolfsburgs Torhüterin Almuth Schult hält zwei Elfmeter gegen Bayern München.
Reaktionsschnell. Wolfsburgs Torhüterin Almuth Schult hält zwei Elfmeter gegen Bayern München.Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Titelverteidiger VfL Wolfsburg hat zum fünften Mal den DFB-Pokal der Frauen gewonnen. Die Mannschaft von Trainer Stephan Lerch setzte sich am Samstag im Finale in Köln gegen den FC Bayern München knapp mit 3:2 im Elfmeterschießen durch. Vor 17 692 Zuschauern im RheinEnergie-Stadion sicherte Caroline Hansen mit ihrem Treffer gegen Manuela Zinsberger dem deutschen Meister aus Niedersachsen den vierten Cup-Erfolg nacheinander und gleichzeitig das dritte Double nach 2013 und 2017. VfL-Keeperin Almuth Schult hielt zwei Bayern-Elfmeter, einer landete an der Latte. Und so konnte die 23-jährige Norwegerin Hansen Wolfsburg den Titel bescheren. Nach ihrem Treffer sank sie auf die Knie uns ließ sich feiern.

Die nächste Chance auf einen Titel bietet sich Wolfsburg bereits am kommenden Donnerstag im Champions-League-Finale in Kiew gegen den französischen Titelverteidiger Olympique Lyon. Zuletzt hatte es 2007 ein Elfmeterschießen im Pokalfinale gegeben. Damals gewann der FFC Frankfurt im Elfmeterschießen gegen den FCR Duisburg.

Sechs Tage nach dem vorzeitigen Gewinn des Meisterschaft musste der VfL auf Nationalspielerin Alexandra Popp (Oberschenkelverletzung) verzichten und setzte im Sturmzentrum auf Ewa Pajor statt Ella Masar. Bayern-Coach Thomas Wörle konnte im 38. DFB-Pokalfinale bis auf die Langzeitverletzten sein bestes Team ins Rennen schicken.

Vor den Augen von Interims-Bundestrainer Horst Hrubesch, der die Gelegenheit zur Beobachtung einiger Kandidatinnen für das nächste Länderspiel am 10. Juni in Kanada nutzte, und dessen Nachfolgerin Martina Voss-Tecklenburg schenkten sich die beiden derzeit besten deutschen Vereinsteams in einer munteren Partie nichts.

Zähe Verlängerung

Nach dem Beginn mit vielen intensiven Zweikämpfen im Mittelfeld erspielten sich die Bayern die erste Torchance. Die Schwedin Fridolina Rolfö (14.) zwang Nationaltorhüterin Almuth Schult mit einem Distanzschuss zu einer Glanzparade. Fünf Minuten später war auch Münchens Keeperin Manuela Zinsberger aufmerksam und lenkte nach einem schnellen VfL-Konter über Claudia Neto einen Schuss von Caroline Hansen ins kurze Eck um den Pfosten.

Auf der Gegenseite stand kurz darauf erneut Schult (21.) im Blickpunkt. Die DFB-Torfrau musste sich mächtig strecken, um einen 22-Meter-Heber von Nicole Rolser mit den Fingerspitzen noch an den Querbalken zu lenken. Nach und nach erarbeitete sich der Titelverteidiger leichte Feldvorteile und hatte durch Pajor kurz vor der Pause die größte Chance zur Führung. Doch die Polin konnte einen zu kurz geratenen Rückpass von Melanie Behringer nicht nutzen und scheiterte an der gut reagierenden Österreicherin Zinsberger.

Auch nach dem Wechsel neutralisierten sich die Top-Teams zunächst weitgehend. Pajor und Hansen (58.) rutschen knapp an einer Hereingabe von Lara Dickenmann vorbei. Bayerns Frauen schienen Kraft und Konzentration für die entscheidende Aktion in der Schlussphase ebenso zu fehlen wie dem VfL. Die Münchnerin Sara Däbritz (83.) prüfte Schult noch einmal. Auf der anderen Seite vergab Pernille Harder (88.) kurz vor Ende der regulären Spielzeit eine gute Möglichkeit.

In der Verlängerung wurden flüssige Aktionen immer seltener. Die Münchner Abwehrspielerin Simone Laudehr gab nach einer Fußoperation im Dezember ihr Comeback. Sie setzte keine Akzente. (dpa)

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