Porträt über Anna-Lena Forster : Bei den Paralympics auf dem Weg nach oben

Monoskifahrerin Anna-Lena Forster hat es geschafft, Teil der des deutschen Paralympics-Teams zu werden. Der Weg dorthin ist nicht einfach.

Jana Rudolf
Motivationsprofi. Die Psychologie-Studentin Anna-Lena Forster will in Pyeongchang eine Medaille holen.
Motivationsprofi. Die Psychologie-Studentin Anna-Lena Forster will in Pyeongchang eine Medaille holen.Foto: picture alliance / dpa

Alle Athleten, die bei den Paralympics an den Start gehen, haben intensivste Trainingsphasen hinter sich. So auch die 22 Jahre alte Monoskibobfahrerin Anna-Lena Forster, die zum deutschen Ski Alpin Team gehört.
„Momentan beherrschen die Vorbereitungen auf die Paralympics meinen ganzen Tag – er besteht komplett aus Skifahren, Kraft- und Ausdauertraining“, sagte Forster vor Beginn der Spiele. Neben dem Sport studiert sie Psychologie in Freiburg, ist aber während der Vorbereitungsphase auf die Paralympics vom Studium befreit. In Pyeongchang will sie Gold holen.
Forster, die von Geburt an kein rechtes und ein verkürztes linkes Bein hat, fuhr mit sechs Jahren zum ersten Mal Ski. Ihr Idol und Teamkollegin Anna Schaffelhuber mit fünf. Beide haben zahlreiche Welt-Cup-Siege errungen und gelten als absolute Spitzenathletinnen. Doch wie schafft man das, was Forster und Schaffelhuber erreicht haben? Grundlage für die Nominierung zu den Paralympischen Spielen bilden in erster Linie die Satzung des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS). Vorgeschlagen wird ein Athlet durch den jeweiligen Bundestrainer, die Nominierung erfolgt durch den DBS. Für die Sportarten gibt es verbandsinterne Qualifikationskriterien, verpflichtend ist das Mindestalter von 15 Jahren.
Neben den formalen Anforderungen braucht jeder Sportler laut Forster aber vor allem folgende Eigenschaften, um es ganz nach oben zu schaffen: „Talent, tägliches Training, Zielstrebigkeit, Organisation und ein stärkendes soziales Umfeld“. Auch finanziell muss man viele Hürden überwinden. „Bis ich mich erst einmal für das Internationale Team qualifiziert habe, hat meine Eltern der Sport sehr viel Geld gekostet.“
Ihre Motivation fand Forster in dem Moment, als sie ihre Teamkollegen bei der Eröffnungsfeier der Spiele sah und dachte: „Ich will eines Tages auch dort stehen!“ Forsters Vorbild ist Anna Schaffelhuber. In Sotschi galt Schaffelhuber noch als klare Favoritin, in Südkorea aber will Forster ihr nun auf Augenhöhe begegnen. Ihre Ausgangslage ist gut, im ersten Lauf des Para-Ski-Alpin-Weltcups, der im Dezember im österreichischen Kühtai stattfand, sicherte sich Forster den ersten Platz. Beim anschließenden Slalom aber patzte sie und musste Schaffelhuber den Rang überlassen. Solche Patzer dürfen Forster in Pyeongchang nicht mehr passieren, wenn sie im Wettkampf vor Anna Schaffelhuber im Ziel sein möchte. Die richtige Motivation dafür aber hat sie jedenfalls: „Ich will meine Kompetenzen, die ich mir in den letzten Trainingsmonaten erarbeitet habe, optimal einsetzen und die Goldmedaille im Slalom holen!"

Jana Rudolf, 20 Jahre, ist Nachwuchsreporterin der Paralympics-Zeitung.

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