Pressestimmen aus Deutschland : „Schland schlicht schlapp“

„Löw muss jetzt einen Richtungswechsel vornehmen“: Die deutsche Presselandschaft analysiert nach dem Mexiko-Desaster der DFB-Elf fleißig, woran es lag.

Palma de Mallorca, El Arenal. War schon mal schöner.
Palma de Mallorca, El Arenal. War schon mal schöner.Foto: Clara Margais/dpa

Nach dem 0:1 gegen Mexiko schlagen die deutschen Kommentatoren Alarm. Viele hatten ja gesehen, wie lethargisch viele Spieler - aber nicht alle - zum Auftakt gewirkt hatten. Entsprechend fällt der Tenor in der Presselandschaft aus. Die Stimmen im Überblick.

taz.de: Schland schlicht schlapp. Bräsig startet Deutschland ins Spiel – und fängt sich das 0:1. Das DFB-Team quält sich zurück ins Spiel, es reicht nicht. Und nun: Droht das Vorrundenaus. Schweden und Südkorea, die man ebenfalls für leicht bespielbar einschätzte, die in der Turniervorbereitung Anlass gaben, sich gleich ins Achtelfinale zu phantasieren, sind echte Großmächte, gemessen an der deutschen Marmelei, die man auch hilflos nennen könnte. Die DFB-Elf, kurz gesagt, operiert nur noch am Abgrund, aber: Noch ist Schland nicht verloren.

sueddeutsche.de: Bei der Nationalelf wackelt das Fundament. Das 0:1 gegen Mexiko zum WM-Start verdeutlicht, dass der Weltmeister mehr als nur ein paar Details gerade rücken muss - die Beteiligten schwanken zwischen Frust und gegenseitiger Kritik.

bild.de: Schluss mit Stammplatz-Garantien! Weltmeister wie Khedira, Draxler, Özil, Müller, aber auch Werner müssen sich in den nächsten Tagen im Training voll reinhängen. Sonst muss sie Jogi gnadenlos auf die Bank setzen – und Spieler wie Goretzka, Brandt, Reus, Gündogan oder Rudy bringen.

welt.de: Löw muss jetzt einen Richtungswechsel vornehmen. Die Blamage zum WM-Auftakt gegen Mexiko war hausgemacht und zeigte bedenkliche Entwicklungen auf. Bundestrainer Löw wird jetzt nicht alles über den Haufen werfen, muss aber reagieren. Es gibt klare Ansatzpunkte.

faz.de: Löw will seinen WM-Plan nicht ändern. Der Weltmeister tappt in die mexikanische Falle und verliert zum Start der WM mit 0:1. Ob es nun zu einer deutlichen Korrektur kommen wird, bleibt die entscheidende Frage. Zweifel sind angebracht.

morgenpost.de: Wie Weltmeister Deutschland völlig seine Linie verloren hat. Zu offensiv ausgerichtet, vom Gegner taktisch überrascht: Es wird viel kritisiert nach der deutschen Auftaktpleite gegen Mexiko.

berliner-zeitung.de: Mexikos organisiertes Chaos überfordert Deutschland. Das Spiel lässt nur zwei Schlussfolgerungen zu: Entweder erzählt Bundestrainer Joachim Löw vor den Medien andere Erkenntnisse über den Gegner als vor der Mannschaft, oder seine Leute verstehen sein Badensisch (sic!) nicht. Schließlich hatte er vor der Partie gegen Mexiko gewarnt, die Mittelamerikaner verstünden sich darauf, mit sechs, sieben Spielern unangenehm zu attackieren und beim Gegner Chaos anzurichten.

badische-zeitung.de: Fehlende Balance: Löws zentrales Mittelfeld ist kaum tragbar. (Tsp)

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