Rat an den Hamburger SV : Verliert für Eure Zukunft!

Die Mail eines Revoluzzers sorgt für Verwirrung: Der Hamburger SV taumelt auf allen Ebenen in die Zweitklassigkeit. Eine Glosse.

Nimm du, ich hab. Hamburgs Filip Kostic (l) und Aaron Hunt kämpfen um den Ball.
Nimm du, ich hab. Hamburgs Filip Kostic (l) und Aaron Hunt kämpfen um den Ball.Foto: dpa

Trainer, Präsidenten und Manager reden im Fußball immer wieder davon, dass das nächste Spiel das Wichtigste der Welt sei und dass sie in Gedanken allein beim nächsten Gegner seien. Wenn derartige Plattitüden einem Verantwortlichen des Dauer-Abstiegskandidaten Hamburger SV über die Lippen gehen, heißt das übersetzt: „Bei uns brennt der Baum und zwar so was von!“

Da salbaderte der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen nun also, dass der Fokus des Klubs momentan „vollständig“ auf dem wichtigen Spiel gegen Hannover 96 liege. Das Spiel ist am Sonntag und natürlich denkt Bruchhagen wohl vor allem an das, was sich jetzt hinter seinem Rücken getan hat. Angeblich hat es im Aufsichtsrat des Fußball-Bundesligisten eine Revolte gegeben, wollte ein Mitglied seine fünf Rats-Kollegen davon überzeugen, dass Bruchhagen und Sportchef Jens Todt entlassen werden sollten. Nachfolger habe der Mann auch schon im Sinne gehabt, selbst der Name Felix Magath soll in diesem Zusammenhang gefallen sein.

Alles nicht so schlimm, sagt Bruchhagen. Ist ja normal, dass in Zeiten einer sportlichen Krise mal Personalien in Frage gestellt werden. Dafür ist der Aufsichtsratchef öffentlich sauer, am Dienstag soll der Aufsichtsrat beim HSV neu besetzt werden. Das war aber schon vor der Mail eines Revoluzzers bekannt.

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Verstehen muss das niemand mehr. Der Hamburger SV taumelt auf allen Ebenen in die Zweitklassigkeit. Es wird erst wieder schön in Hamburg, wenn der Klub in ein paar Jahren rundherum erneuert wieder in der Bundesliga auftaucht. Es wird Zeit, dass die Operation Wiederaufstieg eingeleitet wird. Eine Niederlage gegen Hannover wäre so gesehen ein wichtiger Schritt Richtung Neuanfang – auch für den neuen Aufsichtsrat.

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