RB Leipzig stellt sich neu auf : Ralf Rangnicks Rückzug nach vorne

Offiziell verlässt Ralf Rangnick RB Leipzig und überlässt Markus Krösche das Feld. Inoffiziell wird er weiterhin die Strippen ziehen. Ein Kommentar.

Mehr Einfluss. Ralf Rangnick übernimmt einen Posten im Sportimperium des Brausekonzerns.
Mehr Einfluss. Ralf Rangnick übernimmt einen Posten im Sportimperium des Brausekonzerns.Foto: Jan Woitas/dpa

Es war bemerkenswert mitanzusehen, wie Ralf Rangnick und Oliver Mintzlaff bei der Pressekonferenz am Dienstag versuchten zu betonen, dass der bisherige Trainer und Sportdirektor Rangnick nur noch mit Rat und nicht Tat zur Seite stehen wird in Leipzig. Soeben hatte RB-Chef Mintzlaff verkündet, dass Paderborns Markus Krösche Rangnick als Sportdirektor folgen wird und Letzterer eine übergreifende Rolle als Fußballchef im Sportimperium des großen Brausekonzerns einnehmen wird.

Der 60-Jährige soll im Netzwerk des Bundesliga-Klubs die Standorte in Leipzig, Brasilien und den USA betreuen. Rangnick erzählte von seinem frühzeitigen Wunsch, eine größere Rolle einzunehmen, die "Head of Sport and Development Soccer" heißt und beim Mutterkonzern Red Bull angesiedelt ist. Offiziell verlässt Rangnick RB Leipzig. Inoffiziell wird er weiterhin die Strippen ziehen.

Denn wie die Sache mit dem Rat und der Tat war auch nicht misszuverstehen, dass der neue Trainer Julian Nagelsmann und Krösche zwar talentiert seien, aber noch nicht erfahren. So wie eben Rangnick es ist. Mit wie viel Einfluss lässt sich daran erahnen, dass er bis zum 8. Juli an der Kaderplanung in Leipzig mitarbeiten wird. Dazu passt, dass er in Leipzig wohnen bleibt und dort auch sein Büro haben wird. So hat er Nagelsmann und Krösche aus nächster Nähe im Blick. Die werden keine Entscheidung ohne die Zustimmung von Rangnick treffen dürfen.

Ganz nebenbei soll er in Brasilien und New York die Situation so verbessern, wie er es zu seiner Anfangszeit auch in Leipzig und Salzburg gemacht hat. Seine Aufgabe ist es, die Vereine auf ein ähnliches Niveau zu heben. Rangnick soll Spieler finden, die bestenfalls in Salzburg groß werden und in Leipzig zu Klassespielern reifen. Für ihn ist es ein Rückzug aus Leipzig, der ihm noch mehr Macht beschert. Ein Rückzug nach vorne.

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