Regeländerungen in der Bundesliga : Gelb, Rot - und raus ist der Trainer

Schneller und attraktiver sollen Fußballspiele werden. Doch die neuen Regeländerungen kommen nicht bei allen gut an. Ein Überblick.

Auch Trainer können jetzt bestraft werden.
Auch Trainer können jetzt bestraft werden.Foto: dpa

Man muss sich als Zuschauer ein bisschen umgewöhnen in der neuen Spielzeit der Fußball-Bundesliga. So manches kann einem zunächst merkwürdig vorkommen, weil so manche Regel geändert wurde. Zu sehen war dies bereits bei der Weltmeisterschaft der Frauen in Frankreich. Ziel ist, das Spiel schnell, einfacher und verständlicher zu machen. Trotzdem haben selbst die Beteiligten noch so ihre Probleme damit. Eine Übersicht.


HANDSPIEL
Die wohl umstrittenste Regeländerung betrifft das Handspiel. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hält die neue Richtlinie zwar für klar und vor allem einheitlich, doch erste Szenen etwa in der Zweiten Liga haben bisher eher mehr Verwirrung gestiftet. So sollen Handspiele vor einem Tor künftig in jedem Fall abgepfiffen werden. „Das macht es viel einfacher für die Schiedsrichter. Da wird es keine Diskussionen mehr geben“, verspricht Videochef Jochen Drees.

Torhüter dürfen nach einem Einwurf oder absichtlichem Zuspiel eines Mitspielers den Ball jetzt mit der Hand berühren - wenn sie ihn vorher bei einem Klärungsversuch eindeutig mit dem Fuß gespielt oder dies versucht haben. Damit haben die Torwarte nun die Möglichkeit, nach einem missglückten Klärungsversuch doch noch einzugreifen.

VIDEOBEWEIS

Verlässt der Schiedsrichter nach Ende einer Halbzeit das Spielfeld, um eine Videoüberprüfung vorzunehmen oder die Spieler auf das Spielfeld zurück zu holen, darf er eine Entscheidung noch ändern. Außerdem sollen die Bilder aus dem Keller in Köln verbessert werden. „Unser Schwerpunkt in der kommenden Saison wird sein, den Informationsfluss zu beschleunigen“, sagte Drees. Der frühere Spitzenreferee rechnet aber nicht damit, dass die Zuschauer umstrittene Szenen bereits in der neuen Spielzeit auf der Videotafel in den Stadien zu sehen bekommen.

STRAFEN
Auch Trainer können jetzt wegen unsportlichen Verhaltens belangt werden. Wer eine Rote Karte bekommt, muss nicht nur sofort auf die Tribüne, sondern wird auch für mindestens ein Spiel gesperrt. Noch nicht entschieden ist, ob es nach der dritten Gelben Karte ebenfalls ein Spiel Sperre gibt - Tendenz beim DFB: eher ja.

Wird ein Freistoß schnell ausgeführt, kann der Schiedsrichter den Spielern Gelb oder Rot auch erst bei der nächsten Spielunterbrechung zeigen.

SCHIEDSRICHTER
Bisher galt: Der Schiedsrichter ist wie Luft, wenn er aus Versehen an den Ball kommt. Jetzt gilt: Berührt der Unparteiische den Ball und er geht danach ins Tor, der Ballbesitz wechselt dadurch oder ein Angriff wird gestartet, gibt es Schiedsrichterball.

MAUER
Es war oft ein Ärgernis, wenn sich Spieler der angreifenden Mannschaft bei Freistößen mit in die Mauer geschlichen haben. Das führte zu ständigem Gerangel. Deshalb müssen alle Spieler des angreifenden Teams ab dieser Saison einen Abstand von mindestens einem Meter zur Mauer einhalten. Passiert dies nicht, ist ein direkter Freistoß die Folge.

STRAFSTOSS
Bei der Ausführung eines Elfmeters muss sich der Torhüter mindestens mit einem Teil seines Fußes auf oder über der Linie befinden. Hinter der Linie stehen darf er nicht. Bei der Frauen-WM regten sich viel darüber auf, weil die Torhüterinnen beim Verstoß gegen die Regel mit Gelb bestraft wurden.


AUSWECHSLUNGEN
Spieler, die ausgewechselt werden, müssen das Feld über die nächste Auslinie verlassen. Das soll verhindern, dass Zeit geschunden wird, wenn sich ein Profi quer über den Platz Richtung Bank schleppt.

ABSTOSS
Der Ball ist im Spiel, sobald er mit dem Fuß gespielt wurde. Er muss den Strafraum dabei nicht mehr verlassen. So soll das Spiel beschleunigt und die Mannschaften zu spielerischen Lösungen animiert werden. (Tsp/dpa)

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