Saisonstart des Volleyball-Meisters : BR Volleys wollen am liebsten alles gewinnen

Die BR Volleys gehen mit hohen Zielen in die am Samstag beginnende Saison. Doch die Berliner müssen auch einige Probleme meistern.

Berliner Feierbiester. Auch in dieser Saison wollen die Spieler der BR Volleys um ihren neuen Kapitän Moritz Reichert (Nummer fünf) wieder ausgiebig jubeln.
Berliner Feierbiester. Auch in dieser Saison wollen die Spieler der BR Volleys um ihren neuen Kapitän Moritz Reichert (Nummer...Foto: dpa

Dass die Saisonvorbereitung der BR Volleys zuletzt stets schwierig ablief, ist für Kaweh Niroomand eigentlich nichts Neues. Wie immer fehlten lange viele Spieler, weil sie mit ihren Nationalmannschaften noch im Einsatz waren und sind. Doch dieses Mal war es aus Sicht des Managers noch heftiger.

So fiel bei den letzten Testspielen am vergangenen Wochenende gegen Lüneburg auch noch der derzeit einzige Zuspieler im Kader, Pierre Pujol, wegen eines Infekts aus. Und die Berliner mussten sich den zweiten Zuspieler des Gegners ausleihen. Hinzu kommt, dass beim ersten Spiel der neuen Saison in der Volleyball-Bundesliga am Samstag (18 Uhr) gegen die Netzhoppers Königs Wusterhausen in Bestensee sowie beim ersten Heimspiel am nächsten Dienstag (19.30 Uhr) gegen Giesen drei Berliner Leistungsträger fehlen werden: Zuspieler Sergej Grankin, Diagonalangreifer Benjamin Patch und Mittelblocker Jeffrey Jendryk spielen mit Russland und den USA noch beim World Cup in Japan.

Außerdem wird wohl in den ersten beiden Saisonspielen auch Trainer Cedric Enard seine Mannschaft nicht betreuen können. „Er ist aus privaten Gründen nach Frankreich gereist“, sagt Niroomand am Mittwoch auf der Pressekonferenz zur Saisoneröffnung. „Wir haben ihm in seinem privaten Notstand jede Unterstützung und Zeit zugesichert, die er benötigt.“ Co-Trainer Lucio Oro wird Enard vertreten.

Trotz all dieser Probleme geht Niroomand mit einer klaren Ansage in die neue Saison. „Wir wollen national natürlich alles gewinnen“, betont der 66-Jährige. Also wieder die Deutsche Meisterschaft, wie in den vergangenen vier Jahren zuvor auch, den Pokal und den Supercup. „Auch die Champions League ist enorm wichtig für uns“, sagt Niroomand.

Um in allen Wettbewerben die hohen Ziele zu erreichen, haben die Volleys ihren Etat auf etwas mehr als 2,5 Millionen Euro erhöht. „Wenn man besser werden will, muss man auch im Budget wachsen“, sagt Niroomand. Das war allerdings nötig, um die Mannschaft eben noch stärker und noch ausgeglichener zu besetzen. „Wir verfügen, sofern denn alle Spieler endlich hier sind, über einen tiefen Kader“, sagt Niroomand. So leisten sich die Berliner auf der wichtigen Zuspielerposition zwei herausragende Spieler: der Russe Grankin und der Franzose Pujol, der nach einem Jahr beim AC Ajaccio wieder zu den Volleys zurückgekehrt ist, seien ein Duo, „um das uns in Europa viele beneiden“, betont Niroomand.

Niroomand sieht das Team „top aufgestellt“

Außerdem vergrößern John Thomas Hatch, Kyle Ensing und Cody Kessel die Fraktion der US-Spieler im Kader des Deutschen Meisters auf fünf. „Diagonalangreifer Ensing und Außenangreifer Kessel sind echte Verstärkungen“, sagt Niroomand. Kessel, der aus Lüneburg gekommen ist, habe nicht nur gegen die Volleys „immer richtig gut gespielt“. Und Außenangreifer Hatch werde dem Team in der Defensive Stabilität geben. Auch auf der Liberoposition, für die Nationalspieler Julian Zenger aus Frankfurt und der Pole Adam Kowalski verpflichtet wurden, sieht Niroomand die Mannschaft „top aufgestellt, besonders Julian Zenger kann bei uns den nächsten Schritt machen“.

Den nächsten großen Entwicklungsschub erhofft sich der Manager auch bei Moritz Reichert. Deshalb haben Niroomand und Trainer Enard den Nationalspieler auch zum neuen Kapitän ernannt. Der Außenangreifer folgt damit auf Sebastian Kühner, der seine Karriere nach der vergangenen Saison beendet hat. „Moritz steht für großes Engagement auf und abseits des Feldes“, sagt Niroomand.

Reichert war es auch, der den letzten Punkt der vergangenen Saison erzielte: ein Ass zum Titelgewinn beim VfB Friedrichshafen. Ob das Team vom Bodensee allerdings wieder der größte Rivale der Berliner sein wird, mag Niroomand nicht vorhersagen: „Friedrichshafen ist für mich das größte Fragezeichen.“ Denn neben Trainer Vital Heynen haben auch zahlreiche Leistungsträger den VfB verlassen. Dafür schätzt Niroomand die Alpenvolleys, Frankfurt, Lüneburg und Düren als noch einmal verbessert ein: „Die Liga insgesamt ist stärker geworden. Es wird eine große Breite da sein.“ Doch bei all den Komplimenten für die Konkurrenz, am Ende wollen natürlich wieder die Volleys triumphieren.

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