• Sarah Köhler überzeugt bei der Schwimm-WM in Südkorea: Mit Rekordzeit ins Finale

Sarah Köhler überzeugt bei der Schwimm-WM in Südkorea : Mit Rekordzeit ins Finale

Im Finale ist für die Langstreckenschwimmerin eine Medaille drin. Athletensprecher Jacob Heidtmann kritisiert den unter Dopingverdacht stehenden Sun Yang.

Geschafft. Sarah Köhler atmet nach ihrer Leistung über 1500 Meter Freistil aus.
Geschafft. Sarah Köhler atmet nach ihrer Leistung über 1500 Meter Freistil aus.Foto: Bernd Thissen/dpa

Sarah Köhler hat bei der WM in Südkorea eine starke Leistung gezeigt. Die Langstreckenexpertin qualifizierte sich am Montag in der deutschen Rekordzeit von 15:54,08 Minuten über 1500 Meter Freistil als Dritte hinter US-Schwimmstar Katie Ledecky und der italienischen Europameisterin Simona Quadarella für das Finale am Dienstag. „Da bin ich natürlich megahappy mit“, sagte die 25-Jährige.

Im Wettkampfbecken machte Köhlers Leistung Mut für den Endlauf. Die Weltmeisterin mit der 4 x 1,25 Freiwasser-Staffel liebäugelt im Finale (ab 13.00 Uhr/MESZ) mit einer Medaille. „Jetzt kommt's drauf an: Wer regeneriert am besten, wer hat die meisten Körner gelassen“, sagte Köhler.

Für Rückenschwimmer Christian Diener lief der Vorlauf über 100 Meter alles andere als rund. Der 26-Jährige verpasste das Halbfinale klar. „Das ist echt traurig, dass es so schlecht war jetzt am Anfang“, sagte er nach seiner Zeit von 54,68 Sekunden.

Einzige deutsche Starterin am Nachmittag ist Laura Riedemann. Die 21-Jährige erreichte in 1:00,15 das Halbfinale über 100 Meter Rücken. „Es hat sich sehr gut angefühlt und es hat Spaß gemacht, vor so einer Kulisse zu schwimmen“, sagte sie. Die erst 17 Jahre alte Anna Elendt hatte sich bei ihrer WM-Premiere eine persönliche Bestzeit erhofft. Die wurde es beim Vorlauf-Aus über 100 Meter Brust mit 1:08,70 Minuten nicht. Trotzdem bewertete Elendt ihren ersten Auftritt auf der großen internationalen Bühne als „okay“.

"Dass der hier schwimmt, ist eine Frechheit für alle sauberen Athleten"

Athletensprecher Jacob Heidtmann hat unterdessen seinem Unmut über den unter Doping-Verdacht stehenden Chinesen Sun Yang Luft gemacht. „Dass der hier schwimmt, ist eine Frechheit für alle sauberen Athleten, für jeden, der für den sauberen Sport einsteht“, sagte Heidtmann. „Das ist ein Schlag ins Gesicht und ich hoffe, dass jetzt das Zeichen ausreicht, damit der Weltverband allgemein einsieht, dass der nie wieder auf so einer Bühne stehen darf eigentlich.“

Sun Yang hatte am Vortag den Titel über 400 Meter Freistil gewonnen. Über 200 Meter trat er ebenfalls an und qualifizierte sich anders als Heidtmann und der zweite deutsche Starter Poul Zellmann locker für das Halbfinale am Nachmittag (MESZ).

Nach Sun Yangs Titel hatte der zweitplatzierte Australier Mack Horton dem umstrittenen Schwimmer den Handschlag verweigert, bei der Nationalhymne seinen Platz auf dem Podium nicht betreten und beim Foto der Medaillengewinner reichlich Abstand gehalten. „Ich bin froh, dass endlich mal jemand ein Zeichen gesetzt hat“, sagte Heidtmann. Hintergrund ist eine laut Medienberichten mit einem Hammer zerstörte Doping-Probe des Chinesen. Der Fall wird im September vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS verhandelt. (dpa)

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