Sport : Schlimmer kann’s nicht werden

Köln leidet vor dem Pokalspiel gegen Alba

Martin Fünkele

Köln - Am späten Montagabend war es Sasa Obradovic leid, das Unfassbare erklären zu müssen. 33 Punkte, und damit so wenig wie seit der Saison 1972/73 kein anderes Team in der Bundesliga, hatte seine Mannschaft am Tag zuvor bei der Pleite in Bamberg erzielt. Rhein Energie Kölns Trainer berichtete von unzähligen Telefonanrufen, die er ob der kuriosen Fehlleistung erhalten hatte. Gute Voraussetzungen vor dem heutigen Pokal-Viertelfinale gegen Alba Berlin (19.30 Uhr, live auf Premiere) sehen anders aus. „Wenn du so schlecht getroffen hast, bleibt das im Kopf“, erklärte Obradovic. Im nächsten Spiel sei jeder Wurf doppelt schwer. „Spieler mit Erfahrung kommen damit klar, für die anderen wird es sehr schwer.“

Kölns Guard Demond Mallet, 29, ist ein erfahrener Spieler. Seit fünf Jahren spielt er in der Basketball-Bundesliga (BBL). Erst in Braunschweig, dann in Bamberg und seit dieser Saison in Köln. Bei der 33:50-Niederlage gegen seinen Ex-Klub sei er übermotiviert gewesen. Keiner seiner acht Dreipunktewürfe landete im Korb. „Ich bin auch nur ein Mensch“, sagte Mallet. Er habe in Bamberg beweisen wollen, „dass wir das wesentlich bessere Team sind“. Vor dem Spiel um den Einzug ins Pokal-Top4-Turnier, sagte Mallet: „Schlimmer kann es nicht werden.“

Allerdings will auch die Verletzungsmisere beim Deutschen Meister nicht enden. Der gerade genesene Ronald Burrell (Grippe) brach am Montag genauso das Training ab wie Kapitän Aleksander Nadjfeji, der in Bamberg einen Schlag auf die Hand erhalten hatte. Johannes Strasser hatte sich in der Nacht zu Montag mehrfach übergeben und war erst gar nicht in der Trainingshalle erschienen. Einzig Mladjen Sljivancanin, der in Bamberg wegen Rückenproblemen fehlte, gehe es wieder besser, sagte Obradovic. Dennoch glaubt er an einen Sieg: „Vermeintlich keine Chance zu haben, kann eine gute Motivation sein.“ Auch Mallet meint: „Wir sind besser als Berlin.“ Seine Konzentration gilt dabei allein dem Erreichen des Pokalfinales. Das er nach Berlin wechseln wolle, wie es eine Boulevardzeitung geschrieben hatte, sei Unsinn. „Da bin ich falsch verstanden worden.“

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