Im Bundesfinale bleiben die Eliteschulen oft unter sich

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Schulsportwettbewerb drohen Einschnitte : "Jugend trainiert für Olympia darf nicht sterben"

45 Jahre wird „Jugend trainiert für Olympia“ in diesem Jahr alt, gegründet wurde der Wettbewerb 1969 gemeinsam von Willi Daume, dem Präsidenten des Nationalen Olympischen Komitees, der Zeitschrift „Stern“, ihrem Chefredakteur Henri Nannen und der Kultusministerkonferenz der Länder. Talente sollte der Wettbewerb aufspüren und aus ihnen Olympioniken machen, wenn auch nicht mehr für München 1972, dann für alle Spiele danach. Inzwischen hat sich der Sport jedoch gewandelt. Es gibt andere Möglichkeiten, bewegungsbegabte Kinder zu finden. Auch die Schulen haben sich verändert.

Zuschlag vom Briefeschreiber: Eine Marke aus dem Jahr 1976.
Zuschlag vom Briefeschreiber: Eine Marke aus dem Jahr 1976.Foto: Imago

Um schon Nachwuchsathleten zu ermöglichen, neben der Schule viel zu trainieren, verteilen sich inzwischen Eliteschulen des Sports übers ganze Land. Das hat Konsequenzen für „Jugend trainiert für Olympia“. In manchen Disziplinen und Altersklassen tragen im Bundesfinale die Eliteschulen untereinander den Wettbewerb aus. Es stehen sich also Nachwuchssportler gegenüber, in deren Terminkalendern ohnehin eher zu viel als zu wenig Wettkämpfe stehen. Und warum sollen sie auch noch gegen dieselben Gegner starten, die sie schon bei deutschen Meisterschaften und beim Länderpokal getroffen haben?

Im Alltag unzähliger Schulen hat der Wettbewerb auf jeden Fall seinen festen Platz. „Durch ,Jugend trainiert für Olympia‘ hat man in der Schule auch ein sportliches Ziel“, sagt Peter Kremkow. Als Sportlehrer an der Heinrich-Böll-Oberschule in Spandau hat er zweimal mit Fußballmannschaften das Bundesfinale erreicht, ein Höhepunkt, auch wenn die Berliner anders als Schüler aus anderen Bundesländern dann zu Hause übernachten. „Man lernt Schüler neu kennen, in einer Mannschaft geben sie sich oft anders als im Unterricht. Und wenn man Erfolgserlebnisse hat, begegnet man sich danach in der Schule ganz anders.“ Dass beim Wettbewerb auch viele Eliteschulen dabei sind, stört ihn nicht einmal. „Es ist doch ein Anreiz, eine Eliteschule mal zu schlagen.“

Cornelia Krüger, Sportlehrerin an der Grundschule am Brandwerder, sagt, dass gerade in den jüngeren Altersstufen immer unterschiedliche Schulen gewinnen. „Da gibt es einen großen Wechsel, oft hängt das natürlich vom Engagement einzelner Lehrer ab.“ Außerdem von funktionierenden Kooperationen mit Sportvereinen. Sie selbst empfindet den Schulsportwettbewerb als Motivationsschub. „Lehrer engagieren sich zusätzlich.“ Als die Organisatoren des Wettbewerbs einmal die Zeit hochrechneten, die Sportlehrer jedes Jahr für „Jugend trainiert für Olympia“ ehrenamtlich aufwenden, kamen sie auf 5000 Stunden.

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