Wird der Wettbewerb jetzt jünger?

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Schulsportwettbewerb drohen Einschnitte : "Jugend trainiert für Olympia darf nicht sterben"

Die Krise könnte „Jugend trainiert für Olympia“ nun jedoch grundlegend verändern. Thomas Poller hat schon einige Vorstellungen. Er koordiniert in der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft das Bundesfinale. Berlin beteiligt sich mit 450 000 Euro jedes Jahr, stellt dazu Personal und 40 Sportanlagen zur Verfügung. Die Förderung sei damit etwa so hoch wie die des Bundes, sagt Poller. Er schlägt vor, den Wettbewerb jünger zu machen und inhaltsschwerer. „Wenn Deutschland sich irgendwann noch mal für Olympische Spiele bewerben will, wo will man dann eigentlich olympische Werte vermitteln?“, fragt Thomas Poller. „Und wo kann man Jugendliche auch über Doping aufklären, die noch nicht Mitglied eines Kaders sind?“

Seine Antwortet lautet: bei „Jugend trainiert für Olympia“. „Die Qualität des Bundesfinales ist besser als die einer deutschen Meisterschaft. Die Sportler sind eine Woche zusammen, übernachten in Jugendgästehäusern, treffen Athleten aus anderen Disziplinen.“ Eine Verbindung aus Sport und Jugendlager. Um Jugendliche nicht nur Sport treiben zu lassen, sondern auch Verständigung und Persönlichkeitsentwicklung zu fördern, hat selbst das Internationale Olympische Komitee eine eigene Veranstaltung geschaffen, die Olympischen Jugendspiele. Die hätten sich sogar bei „Jugend trainiert für Olympia“ bedient, sagt Poller. Der Vielseitigkeitswettkampf im Skifahren mit Sprungschanze, Slalom, Berglauf sei so gut und technisch so wertvoll, dass ihn die Jugendspiele für ihre nächste Auflage 2016 in Lillehammer übernommen hätten.

Vielleicht konzentriert sich „Jugend trainiert für Olympia“ künftig auf die jüngeren Altersstufen, auf die 10- bis 14-Jährigen, sagt Poller, bevor er noch einmal grundsätzlich wird: „Der Titel des Wettbewerbs ist eigentlich genial.“ Auch die Idee. „Sie bringen damit den Wettbewerbsgedanken in den Schulsport.“

Die Unterstützer des bedrohten Wettbewerbs beginnen sich zu organisieren, koordiniert von der Deutschen Schulsportstiftung. Sie suchen Sponsoren, denken über ihr Konzept nach, hoffen darauf, dass die Kultusministerkonferenz der Länder das Bundesinnenministerium noch umstimmen möge. Und vielleicht werden sie auch noch bei denen um Hilfe bitten, für die „Jugend trainiert für Olympia“ am Anfang einer großen Karriere stand. Bei Athleten wie Ole Bischof.

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