Selfie-Jäger in der Champions League : Flitzer sind lästig und gefährlich

Beim Champions-League-Spiel der Leverkusener gegen Juventus Turin laufen mehrfach Flitzer auf den Platz. So etwas braucht der Fußball nicht. Ein Kommentar.

Mehrere Male versuchen im Spiel Bayer Leverkusen gegen Juventus Turin Flitzer zu Cristiano Ronaldo (links) zu gelangen.
Mehrere Male versuchen im Spiel Bayer Leverkusen gegen Juventus Turin Flitzer zu Cristiano Ronaldo (links) zu gelangen.Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Humor ist mitunter eine probate Waffe, um absurd erscheinende Vorgänge zu entschärfen. Vier Flitzer hatten am Mittwochabend nach dem Champions-League-Spiel auf Leverkusener Rasen ihr Unwesen getrieben, und Bayers Sportdirektor Rudi Völler sagte unter anderem: „Zumindest haben sie etwas angehabt.“

Dabei wäre es besser gewesen, die vier jungen Männer wären der Tradition folgend nackt über den Rasen geflitzt. Denn so lustig ist das nicht: Was, wenn wirklich einmal etwas passiert, weil einer dieser Menschen nicht nur mit dem Smartphone bewaffnet über den Rasen rennt? So etwas braucht der Fußball nicht.

Sicher, es gehört nicht viel dazu, bei Cristiano Ronaldo auf dem Rasen eine körperliche Reaktion zu provozieren. Aber diesmal war die Reaktion des portugiesischen Superstars in Diensten von Juventus Turin nachvollziehbar. Für so ein Zwangsselfie mit einem Verrückten war er nicht zu haben. Ronaldo schüttelte sich nach der Attacke des unerlaubten Gasts auf dem Rasen.

Seitdem der Messerstich auf Tennisstar Monica Seles mehr oder weniger eine ganze Karriere ruinierte, sollte klar sein, dass sich auf dem Sportfeld nur die bewegen sollten, die dort hingehören. Es muss ja nicht gleich das Schlimmste passieren. Aber was, wenn Ronaldo sich bei so einem Angriff doch verletzt? Wer übernimmt dann die Schuld, oder beginnt dann eine Schlacht um die Schuldzuweisungen?

Natürlich erlauben Fußballer nach Freundschaftsspielen, nach dem Training oder auch nach Spielschluss die Nähe zu ihren Fans oder suchen sie nach einem Sieg in der Kurve sogar. Aber der große Unterschied ist: Das wollen sie in solchen Situationen. Das, was in Leverkusen passiert ist, will kein Spieler erleben.

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