Sieben Tore in einer Halbzeit : Turbine Potsdam dreht verrücktes Spiel gegen Jena

Turbine Potsdam gerät gegen Aufsteiger Jena in Rückstand, gewinnt am Ende jedoch hochverdient mit 6:2. Besonders die erste Halbzeit hat es in sich.

Einen Schritt voraus: Turbines Sarah Zadrazil enteilt Jenas Annika Graser.
Einen Schritt voraus: Turbines Sarah Zadrazil enteilt Jenas Annika Graser.Foto: Jan Kuppert

Irgendwie stand da was verkehrt. Das Namensschild von Matthias Rudolph, dem Cheftrainer des 1. FCC Turbine Potsdam, war falsch platziert. Mit einem Handgriff war das korrigiert. Auf dem Spielfeld brauchte der Potsdamer Frauenfußball-Bundesligist sieben Minuten für die Korrektur eines 1:2-Rückstandes gegen den FF USV Jena. Viermal trafen Rudolphs Spielerinnen zwischen der 37. und 44. Minute zum 5:2-Halbzeitstand. Nach 90 Minuten am Sonntagnachmittag hatten sie mit einem 6:2-Sieg im zweiten Saisonspiel die ersten drei Punkte eingefahren.

Unter die Freude über den letztlich überzeugenden Erfolg gegen den Aufsteiger aus Thüringen mischte sich bei Rudolph aber noch immer etwas Ärger über das vergebene Unentschieden beim FFC Frankfurt in der Vorwoche. 2:3 musste sich Turbine beim einstigen Erzrivalen geschlagen geben. „Wir hätten jetzt auch vier Punkte haben und von einem optimalen Saisonstart reden können“, haderte der Turbine-Coach.

Auch der Sieg gegen Jena hat für ihn einen Beigeschmack. Zum einen ärgern Rudolph die beiden Gegentore – genauso wie seine Abwehrchefin Johanna Elsig. „Die dürfen nicht passieren“, monierte die Nationalspielerin nach Abpfiff. Zweimal kamen die Potsdamerinnen nicht schnell genug ins Gegenpressing – und Jena nutzte die gegebenen Chancen zunächst durch Jitka Chlastakova zum 1:1-Ausgleich (20.) und später zur 2:1-Führung durch Maren Tellenbröker (30.). „Meine Spielerinnen waren selbst etwas geschockt, dass sie hier plötzlich in Führung lagen“, sagte Jenas Trainer Christopher Heck.

Ganz anders hingegen die Turbine-Elf. Die ließ sich durch die Gegentore nicht aus dem Konzept bringen, spielte weiter mit hohem Tempo guten Kombinationsfußball und kam vor allem über die starke rechte Seite mit Viktoria Schwalm zu guten Szenen. Lara Prasinkar ließ ihrem Führungstreffer aus der 14. Minute das 2:2 (37.) folgen, Malgorzata Mesjasz (38.), Nina Ehgötz (40.) und Viktoria Schwalm (44.) sorgten noch vor dem Halbzeitpfiff für klare Verhältnisse.

Dass nach dem Seitenwechsel nur noch Lara Prasinikar (62.) traf und Turbine ein halbes Dutzend weitere Möglichkeiten ausließ, missfiel Rudolph ebenfalls. „Schade, dass wir aus unsere Überlegenheit nicht noch mehr Tore gemacht haben. Dann wären alle happy“, meinte er.

Unzufrieden waren die 1337 Zuschauer im Karl-Liebknecht-Stadion indes keineswegs. Denn die Herangehensweise der Potsdamerinnen, bei eigenem Ballbesitz strukturiert und schnell nach vorn zu spielen, gefiel. „In der Anfangsphase waren wir noch etwas zu hektisch, was zu oft zu Fehlpässen geführt hat“, sagte Turbine-Kapitänin Sarah Zadrazil. Und Teamkollegin Johanna Elsig fügte hinzu: „Da ist noch Potenzial nach oben. Wir werden uns steigern.“

Zunächst macht die Bundesliga nach zwei Spieltagen Länderspielpause. Den Nachweis der Leistungssteigerung kann Turbine dann am 13. September beim 1. FC Köln liefern.

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