Ski alpin : Neureuther mit Kämpferherz

Auf dem Höhepunkt seiner bisherigen Karriere wurde Felix Neureuther wieder einmal von einer Verletzung gestoppt. Doch der Hoffnungsträger der deutschen Skiherren lässt sich nicht entmutigen.

Stuttgart - "Ich hatte schon so viele gesundheitliche Probleme. Ich stecke das auch noch weg", sagte der 22-Jährige Partenkirchener vor seiner Schulter-Operation.

Deutschlands führender Schulter-Spezialist Professor Ernst Wiedemann sollte die gerissenen Bänder in Neureuthers linkem Schultergelenk richten. Der Teamweltmeister von 2005 verpasst damit das alpine Weltcup-Finale Mitte des Monats in Lenzerheide (Schweiz) und hofft, Ende April wieder auf den Skiern zu stehen: "Es ist immer noch besser, am Saisonende auszufallen, als am Anfang." Neureuther hatte sich bei einem Sturz während des Weltcup-Slaloms im slowenischen Kranjska Gora am Sonntag die Schulter ausgekugelt.

Weltcup-Finale voraussichtlich ohne deutsche Herren

Cheftrainer Werner Margreiter steht beim Weltcup-Finale damit wohl ohne deutschen Starter da, denn Alois Vogl (Zwiesel) verpasste am Sonntag die Qualifikation und für Stephan Keppler (Ebingen) wird diese sehr schwierig. "Es bleibt nicht viel Zeit zum Jammern, das bringt eh nichts", sagte der Österreicher und ist von der Notwendigkeit der Operation überzeugt: "Sonst wäre er ein zu großes Risiko gegangen, weil er mit der Hand doch relativ oft im Schnee ist."

Anders als in den Vorjahren fuhr Felix Neureuther dank der ersten verletzungsfreien Vorbereitung seit vielen Jahren in bester körperlicher Verfassung und entsprechend stabil. Anfang Dezember erreichte er in Beaver Creek/USA als Dritter erstmals einen Podestplatz, vor einer guten Woche fuhr er auf seinem Hausberg in Garmisch-Partenkirchen sogar auf Platz zwei. Als Lohn für seine konstanten Leistungen, die nur von seinem Ausscheiden beim WM-Slalom getrübt wurden, durfte der Sohn von Rosi Mittermaier und Christian Neureuther sogar in der ersten Startgruppe antreten.

Neureuthers geplagter Körper

Immer wieder hatte sich der Zollwachtmeister von gesundheitlichen Rückschlägen erholen müssen. Vom Bandscheibenvorfall über diverse Knochenbrüche und Gehirnerschütterungen bis hin zu einer Herzbeutelentzündung musste der junge Körper schon einiges mitmachen. Doch selbst diese für einen Sportler kritische Phase weckte Neureuthers Kämpferherz. "Ich will so schnell wie möglich mit der Reha beginnen", sagte er. Der Seele des Rekonvaleszenten soll beim Heilungsverlauf auch seine Leibspeise helfen: Mutter Rosis vielgerühmte Dampfnudeln. (Von Marc Zeilhofer, dpa)

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